Südwest Presse: Kommentar zur AfD
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Deutschland klar, dass sie sich als Kampfansage an eine Politik
versteht, die sich gern als alternativlos bezeichnet, besonders bei
der Euro-Rettung. Der Erfolg, den die Demoskopen der neuen Formation
bei der Bundestagswahl zutrauen, ist daher eine Quittung für die
etablierten Parteien, die sich zu wenig Mühe gemacht haben, die
Bürger davon zu überzeugen, dass es tatsächlich keinen vernünftigen
Gegenentwurf zum Kurs der schwarz-gelben Koalition gibt, den SPD und
Grüne weithin unterstützen. Innerhalb weniger Monate ist es der
Protestpartei offenbar gelungen, ihre Kampagne für die Auflösung der
Währungsgemeinschaft so geschickt mit ein paar anderen
rechtspopulistischen Forderungen zu verknüpfen, dass sie im
bürgerlichen Lager genügend Widerhall gefunden hat. Spendierfreudige
Förderer aus der Wirtschaft haben einen medialen Großeinsatz mit
Plakaten, Anzeigen und Aktionen finanziert, der in der heißen
Wahlkampfphase seine Wirkung entfaltet. Die AfD bietet als
Alternative zur Euro-Rettung den Rückzug auf nationale Interessen an,
sie macht sich das Unbehagen an einer Politik zunutze, die
Erklärungen schuldig bleibt und Zukunftsfragen offenlässt. Sollten
die Euro-Gegner den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde wirklich
schaffen, stehen die anderen Parteien vor einem Problem, das sie sich
selbst eingebrockt haben.
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Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218
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Datum: 19.09.2013 - 20:37 Uhr
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