Neue OZ: Kommentar zu Gesundheit / Krankenhäuser
ID: 948287
Die gute Nachricht zuerst: Patienten werden in deutschen Kliniken
zumeist ordentlich behandelt und versorgt, so das Ergebnis eines
neuen Qualitätsreports. Ein wunder Punkt bleibt aber das Thema
Hygiene. Das hat bittere Folgen. Jedes Jahr infizieren sich
hierzulande nach unterschiedlichen Berechnungen zwischen 600 000 und
800 000 Menschen mit Krankenhauskeimen, Zehntausende sterben daran.
Für sie wird die Klinik zur Todesfalle.
Am schlimmsten aber: Bislang ist kein Durchbruch im Kampf gegen
die gefährlichen Krankheitserreger erkennbar. Sie sind und bleiben
ein stark verbreitetes Todesrisiko, wie Daten des
Gesundheitsministeriums belegen. Konsequenz daraus kann nur sein,
Hygienevorschriften immer wieder zu überprüfen und ihre Anwendung
streng zu kontrollieren. Auch sollten Patienten, wenn irgend möglich,
vor der Aufnahme in Kliniken auf gefährliche Keime untersucht und
notfalls sofort isoliert werden.
Zugleich muss die Verabreichung von Antibiotika zielgenauer
werden. Es ist ein Alarmsignal, wenn Experten beklagen, oft werde
irgendein Mittel und nicht das tatsächlich angezeigte Medikament
verschrieben. Solch unspezifische Vergabe muss vermieden werden,
damit nicht immer mehr Keime gegen Antibiotika resistent werden und
sie wirkungslos machen. Auch die Patienten selbst sind hier
gefordert, kritisch zu sein.
Uwe Westdörp
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Neue Osnabrücker Zeitung
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Datum: 19.09.2013 - 22:00 Uhr
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