Wies'n-Auftakt: Wie Wirte auf dem Oktoberfest versichert sind

Wies'n-Auftakt: Wie Wirte auf dem Oktoberfest versichert sind

ID: 948517
(ots) - "O'zapft is": Dass in München alljährlich das
größte Volksfest der Welt stattfinden kann, ist auch dank der
deutschen Versicherer möglich. Denn vom Luftballonverkäufer bis zur
riesigen Achterbahn ist alles auf dem Oktoberfest versichert. Die
Versicherungssummen schwanken dabei von wenigen zehntausend Euro bis
zehn Millionen Euro.

Was passiert, wenn acht betrunkene Metzger auf dem Oktoberfest
Geisterbahn fahren, erfährt man in Gerhard Polts großartigem Hörspiel
"Attacke auf Geistesmenschen". Wer es nicht kennt: Einer der Metzger
haut darin die Geister kurz und klein. Polt kann das großartig
komisch erzählen. Schön ausgedacht, denkt man, auf so was kommt nur
der Polt - falsch gedacht. "Vor einigen Jahren hat ein Betrunkener
einer hydraulischen Geisterbahn-Figur den Kopf abgerissen", erzählt
der Versicherungsmakler Thomas Weber, "der Schaden betrug einige
tausend Euro". Böswillige Beschädigung, sagt der Fachmann. Der ganz
normale Oktoberfest-Wahnsinn, sagt der Münchner, und meint das
liebevoll.

"Ich hab den Beruf erst mit 70 aufgegeben, dabei war ich mit 65 in
Rente"

Der Faszination Volksfest ist auch Johann Bertele erlegen, als
Versicherungswirt betreute er mehr als 30 Jahre lang Wirte und
Schausteller. "Ich hab den Beruf erst mit 70 aufgegeben, dabei war
ich mit 65 in Rente, aber ich hab fünf Jahre dran gehängt", sagt
Bertele, "wer macht das schon?" Nur jemand, der seinen Beruf liebt.
Spricht man mit Thomas Weber, Berteles Nachfolger, der 130
Schausteller in Bayern betreut, fallen schnell Worte wie "Spaß" und
"tolle Menschen". Die Stammtischmeinung über Schausteller - fahrendes
Volk, Familienbanden und Halbseidene - "sind ganz üble Klischees, das
sind seriöse Unternehmer".

Bertele versichert "vom Luftballonverkäufer bis zur riesigen
Achterbahn". Entsprechend schwanken die Versicherungssummen von


wenigen zehntausend Euro bis zehn Millionen Euro. Zu versichern gibt
es auf dem Oktoberfest mit über sechs Millionen Besuchern mehr als
genug: "Moment, ich such das mal eben raus", sagt Ludwig Hagn, Wirt
des Löwenbräu-Festzelts, mit 8515 Plätzen. Hagn war früher
Aufsichtsratsvorsitzender der Haftpflichtkasse Darmstadt, "mit
Versicherungen kenne ich mich ein bisschen aus."

"Hab ich was vergessen?"

Als der Wirt alle Unterlagen beisammen hat, zählt er auf: "Ich bin
versichert gegen Betriebsausfall, Terrorismus, Personenschäden,
Erdbeben, Flugzeugabstürze, Hackerangriffe, Streik, Energieausfall,
Innere Unruhen. Ich hab die Musikinstrumente versichert, die
Zeltdekoration, und den Heimweg meiner Bedienungen, dabei müsste ich
das gar nicht." Hagn macht eine Pause, überlegt, "hab ich was
vergessen?", dann fährt er fort: Versicherungen gegen Diebstahl,
Raubschäden, Feuer, Sturm, Hagel und natürlich Schäden beim Auf- und
Abbau der großen Zelte. Insgesamt zahlt Ludwig Hagn rund 40 000 Euro
pro Oktoberfest für seine Versicherungen.

Der Artikel ist eine Vorab-Veröffentlichung des
GDV-Verbandsmagazins POSITIONEN. Das neue POSITIONEN-Heft erscheint
kommende Woche. Bestellwünsche richten Sie bitte an:
positionen@gdv.de.



Pressekontakt:
Una Großmann
Tel.: 030/2020-5185
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Datum: 20.09.2013 - 10:55 Uhr
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