Neue OZ: Kommentar zu Flüchtlingsdrama vor Lampedusa
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Nach der Flüchtlingstragödie vor der italienischen Insel Lampedusa
schlagen die Wellen der Empörung hoch. Europa dürfe nicht wegschauen
und die Menschen in ihr Unglück fahren lassen, mahnt Bundespräsident
Joachim Gauck. Recht hat er.
Zwischen 17 000 und 20 000 Menschen sind nach Schätzungen in den
vergangenen 20 Jahren beim Versuch gestorben, mit meist überladenen
Booten das Mittelmeer zu überqueren. Das ist so, als wenn die Bürger
einer ganzen Stadt ertrunken wären. Und man fragt sich, warum es
nicht gelingt, den kriminellen Schleuserbanden das Handwerk zu legen.
Die EU darf freilich nicht allein auf Überwachung und Kontrollen
setzen. Zwar ist es ein berechtigtes Ziel, illegale Einwanderung zu
unterbinden. Doch zugleich muss sichergestellt werden, dass alle
Menschen, die politisches Asyl beantragen wollen, auch tatsächlich
europäischen Boden erreichen und Schutz vor Verfolgung und
Unterdrückung suchen können.
Dieser Aspekt ist in den vergangenen Jahren vernachlässigt worden.
Stattdessen schottete sich die EU an ihren Außengrenzen streng ab und
beförderte so noch das Geschäft der Schlepper, die vor den Toren der
Festung Europa das große Geld machen. Es ist höchste Zeit,
umzusteuern - zur Förderung europäischer Grundwerte und zur Rettung
von Menschenleben.
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Datum: 04.10.2013 - 22:00 Uhr
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