Neue OZ: Kommentar zu "Rote Flora" in Hamburg
ID: 956882
Anders als noch vor zwanzig Jahren gibt es heute nicht nur aus
Sicht der Besetzer der "Roten Flora" gute Gründe, die Institution im
Hamburger Schanzenviertel zu erhalten.
Denn einstmals ein Ort, von dem aus sich die Autonomen letzte
Rückzugsgefechte mit dem vermeintlichen Klassenfeind lieferten, hat
sich die "Rote Flora" im Laufe der Jahre zu einer festen Institution
entwickelt, von der auch breite Bevölkerungsschichten profitieren. So
gehen von ihr viele Initiativen für Kunstaktionen, Flohmärkte, Feste
oder politische Stadtteilarbeit aus.
Durch die Räumungspläne des Besitzers droht jetzt ein Rückfall in
alte Zeiten. Wenn die Besetzer sich wie einst hinter die Mauern des
ehemaligen Theaters zurückziehen, um von hier gegen den Kapitalismus
zu Felde zu ziehen, könnte aus dem bunten und friedlichen Stadtteil
schnell wieder ein gefährlicher Krisenherd werden.
Verhindern kann das nur ein guter Vermittler: Er muss mit
Besitzern und Besetzern einen tragfähigen Kompromiss aushandeln - zum
x-ten Mal.
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Datum: 06.10.2013 - 22:00 Uhr
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