Chinesische Wirtschaft steht vor großen Herausforderungen
ID: 959142
Chinesische Wirtschaft steht vor großen Herausforderungen
Privater Konsum soll für dauerhaft hohes Wachstum sorgen - Voraussetzungen bisher aber kaum erfüllt
China steht laut einer aktuellen Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) vor immensen wirtschaftspolitischen Herausforderungen, sofern das Bruttoinlandsprodukt künftig mit ähnlich hohen Raten wachsen soll wie in der Vergangenheit. "Das Modell, in dem die Wirtschaftsleistung in erster Linie über Exporte und Investitionen steigt, hat sich während der globalen Finanzkrise als sehr anfällig erwiesen", sagt Christian Dreger, DIW-Forschungsdirektor für Internationale Ökonomie. Für ein nachhaltigeres Wachstum müsse die Binnenwirtschaft gestärkt werden und der private Konsum einen höheren Beitrag leisten.
Hohe Sparquote ist ein zentrales Problem
Nachdem die chinesische Wirtschaft dank umfangreicher Konjunkturpakete während der weltweiten Finanzkrise ihr Wachstumstempo halten konnte, haben die Zuwachsraten abgenommen und liegen nach ehemals zweistelligen Werten nur noch bei 7,5 Prozent. Eine Ursache: Chinas Wirtschaft hängt zu stark von den Ausfuhren und damit von der Lage anderer Länder ab. Infolge einer extrem lockeren Kreditvergabe der Staatsbanken ist zudem viel Geld in unprofitable Bereiche und staatliche Firmen geflossen. Viele der Kredite könnten langfristig uneinbringlich sein und die Staatshaushalte belasten - ohnehin haben sich die Lokalregierungen schon mit den Konjunkturpaketen allem Anschein nach finanziell massiv übernommen. Im Zuge der konjunkturstimulierenden Maßnahmen sind zudem die Investitionen auf knapp 50 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gestiegen, während die Konsumquote auf gut ein Drittel gefallen ist. "So haben sich bestehende Ungleichheiten verstärkt und die nötige Transformation hin zu einem stärkeren Gewicht der Privatwirtschaft verzögert", analysiert Dreger.
Um wieder auf einen robusteren Wachstumspfad einzuschwenken, versucht China die Bedeutung des Konsums zu erhöhen - steht dabei aber vor dem Problem einer enormen Sparquote der Privathaushalte von knapp 30 Prozent. Ein Grund dafür ist das niedrige Niveau der sozialen Sicherung im Alter sowie im Fall von Krankheit und Arbeitslosigkeit. Aufgrund der angespannten Haushaltslage ist auch in naher Zukunft nicht zu erwarten, dass die Regierung deutlich mehr dafür aufwendet als die jetzigen fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Auch die Ein-Kind-Politik zwingt die privaten Haushalte, in erheblichem Umfang Eigenvorsorge zu betreiben. Hinzu kommen beschränkte Möglichkeiten der Kreditaufnahme für private Haushalte, die für größere Anschaffungen sparen müssen. "Die Finanzmärkte und insbesondere die Kreditvergabe müssen dringend reformiert werden", erklärt Dreger. Auch ein Anstieg der verfügbaren Einkommen durch einen Anstieg der Sparzinsen und eine zunehmende Migration der Landbevölkerung in die Städte könnten die Konsumdynamik erhöhen. "China steht vor erheblichen Herausforderungen, und es ist noch gar nicht ausgemacht, dass dieser Reformprozess erfolgreich bewältigt werden kann", so Dreger.
Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung DIW Berlin
Mohrenstraße 58
10117 Berlin
Deutschland
Telefon: +49 030/897 89 0
Telefax: +49 (030) 897 89-200
Mail: postmaster@diw.de
URL: http://www.diw.de
PresseKontakt / Agentur:
Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung DIW Berlin
Mohrenstraße 58
10117 Berlin
Deutschland
Telefon: +49 030/897 89 0
Telefax: +49 (030) 897 89-200
Mail: postmaster(at)diw.de
URL: http://www.diw.de
Datum: 09.10.2013 - 15:01 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 959142
Anzahl Zeichen: 3641
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 297 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Chinesische Wirtschaft steht vor großen Herausforderungen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung DIW Berlin (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Zunehmende Zahl Geflüchteter hinterlässt Spuren in öffentlichen Kassen - Finanzielle Belastungen sind verkraftbar, Prioritäten müssen aber richtig gesetzt werden - DIW-Finanzexpertin van Deuverden: "Haushaltspolitische Spielräume nutzen" Der öffentliche Gesamthaushalt in Deutsc
Je mehr Mitspracherecht Eltern haben, desto zufriedener sind sie mit den Kitas ...
Insgesamt ist die Zufriedenheit mit den Kindertageseinrichtungen hoch - Eltern von Kindern im Alter von drei Jahren und älter sind unzufriedener - gut verdienende Eltern würden auch höhere Gebühren zahlen In den vergangenen Jahren hat Deutschland massiv in den quantitativen Ausbau der Kinde
Frauenanteil in DAX-30-Vorständen: Entwicklung weiterhin verhalten ...
Update des DIW Managerinnen-Barometers: Frauenanteil ist in Vorständen in diesem Jahr von 7,4 auf 8,4 Prozent gestiegen und in Aufsichtsräten von 24,7 auf 26,5 Prozent - Fast die Hälfte der DAX-30-Unternehmen erfüllt die 2016 in Kraft tretende Frauenquote in Aufsichtsräten schon jetzt. Der F
Weitere Mitteilungen von Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung DIW Berlin
US-Haushaltsstreit macht P2P-Kredite zur Alternative zu Aktien und Anleihen ...
Düsseldorf, 9. Oktober 2013 – Der Haushaltsstreit in den USA und seine möglichen Folgen beschäftigen auch deutsche Anleger. So weisen im aktuellen Umfeld sowohl der Aktien- als auch der Anleihenmarkt einige Unwägbarkeiten auf. Da zudem andere traditionelle Anlageklassen wie Tages- und Festgeld
Spatenstich für neue Halle ...
Wall Systems steckt am Firmensitz in Marktredwitz über zwei Millionen Euro in neue Anlagen und Gebäude. Zum Spatenstich am 07. Oktober begrüßten Geschäftsführer Joachim Fürbringer und sein Team u.a. die Marktredwitzer Oberbürgermeisterin Dr. Birgit Seelbinder, Landrat Dr. Karl Döhler sowie
25 % mehr Unternehmenswert - 3 Erfolgsregeln für Manager ...
In der aktuellen S&P Kapitalkostenstudie 2013 von Schulz & Partner wurden 30 DAX-Unternehmen und 35 MDAX-Unternehmen hinsichtlich folgender Parameter analysiert: - Risikoloser Zinssatz - Wachstumsfaktor - Marktrisikoprämie - typisierter Steuersatz - Kapitalisierungszinssatz Ergebn
Neuer Marktführer entsteht mit Unterstützung der axanta AG ...
Das Unternehmen ACSS Vibrotec wurde 1994 in Bad Essen im Osnabrücker Land gegründet und gehört in Deutschland zu den größten Unternehmen für industrielle Bodenbeläge. Die Umsätze liegen im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. ACSS Vibrotec besitzt eigene Niederlassungen in den USA und in Gr




