Neue OZ: Kommentar zu Flüchtlingspolitik
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Es ist unglaublich: Im 21. Jahrhundert sind nach Angaben von
Amnesty International weltweit rund 18 Millionen Menschen auf der
Flucht - 18 Millionen! Das sind mehr, als unser Nachbarland, die
Niederlande, an Einwohnern hat.
Diese Zahl bedeutet aber auch 18 Millionen Schicksale, 18
Millionen Verzweifelte, die nicht wissen, wohin. Fünfhundert dieser
Menschen machten sich in der vergangenen Woche von Afrika aus auf den
Weg in eine ungewisse Zukunft. Mehr als 300 haben ihren Fluchtversuch
nicht überlebt. Vor unseren Augen spielte sich eines der größten
Dramen ab, die die Europäische Gemeinschaft je erlebt hat.
Ja, es ist wirklich eine Schande, so wie es Papst Franziskus noch
am Tag der Katastrophe formuliert hat.
Mit Beschimpfungen ist jetzt auch eine Delegation hoher
EU-Vertreter und italienischer Politiker auf Lampedusa empfangen
worden. Es ist klar, dass die Einwohner dort aufgebracht sind von der
feigen Politik der Verantwortlichen, die seit Jahren viel reden, aber
nicht viel tun.
Es ist beschämend, dass die Konferenz der EU-Innenminister im
Grunde nichts gebracht hat. Dass der deutsche Ressortchef Hans-Peter
Friedrich eine weniger rigide Behandlung der Flüchtlinge verhinderte,
ist uns Europäern unwürdig. Zwar haben auch wir mit Problemen wie der
Finanzkrise oder Arbeitslosigkeit zu kämpfen - uns geht es aber sonst
im Vergleich wirklich gut. Es gibt Gründe für ein humaneres Vorgehen:
18 Millionen.
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Datum: 09.10.2013 - 22:00 Uhr
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