Es geht bergauf mit der Wirtschaft
ID: 962552
Wirtschaftslagebericht der IHK Bonn/Rhein-Sieg Herbst 2013
Neun von zehn Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als "gut" oder "befriedigend", nur zehn Prozent beklagen schlechte Geschäfte. Für die Zukunft rechnen 26,4 Prozent mit besseren Geschäften und nur 14,3 Prozent mit einer Verschlechterung. Hille: "Auch der erneuten Rückgang der Insolvenzzahlen in der Region unterstreicht, dass sich die lange erhoffte und erwartete konjunkturelle Erholung einstellt. Ein längerfristiger Aufschwung hängt jedoch von der Entwicklungen externer Parameter ab. International kann, trotz einer leichten Stabilisierung, die noch nicht endgültig gelöste Eurokrise die wirtschaftliche Entwicklung negativ beeinflussen." Auch eine Ausweitung der Konflikte beispielsweise in Syrien, Ägypten oder im Iran könne über steigende Ölpreise den Aufschwung gefährden. Zusätzlich sorgen auf nationaler Ebene die Energiepreise und aktuell die unklaren Machtverhältnisse nach der Bundestagswahl für Verunsicherung.
Forderungen an die Politik im Bund und in der Region
"Höchste Priorität genießt dabei die Forderung die Energiewende bezahlbar und versorgungssicher zu gestalten", so der IHK-Hauptgeschäftsführer in Richtung Berlin. An zweiter Stelle sei das Steuersystem zu nennen. Hille: "Eine weitere Belastung der Unternehmen und insbesondere eine Besteuerung der Substanz darf es nicht geben. Dies würde den leichten Aufschwung gefährden und zahlreiche Arbeitsplätze vernichten. Statt neue Steuern zu erheben, müssen die Prioritäten neu gesetzt werden und über die Ausgabenseite konsolidiert werden. Schließlich bewegen sich die Steuereinnahmen auf Rekordniveau und steigen auch in den kommenden Jahren weiter an."
Auf regionaler Ebene ging Hille auf das Thema Verkehr ein: "Hier ist mit der Entscheidung des Landes, die Südtangente im Rahmen der Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans nicht an den Bund zu melden, eine große Chance vertan worden. Insbesondere die Einpendler aus dem Rhein-Sieg-Kreis sind auf eine optimale Verkehrsanbindung angewiesen. Daneben bleibt unsere Forderung nach den Ortsumgehungen in Uckerath und Much bestehen. Auch der sechsspurige Ausbau der A 565 und der Ausbau der A 59 stehen ganz oben auf der Wunschliste der Unternehmen der Region."
Wichtig für die regionale Wirtschaft sei auch, dass das WCCB schnellstmöglich fertiggestellt und mit der Vermarktung im großen Stil begonnen werde. Die Tourismus-, Veranstaltungs- und Gastronomiebranche sei von der anhaltenden Diskussion um größere Veranstaltungen betroffen. Hille: "Insbesondere die Lärmbelästigung der Anwohner ist hier das dominierende Thema. Beispielhaft will ich hier nur die Klangwelle, den Kunstrasen oder die Rheinaue nennen. Daher appelliere ich an die Stadt Bonn; hier den Veranstaltern entgegen zu kommen und endlich für Planungssicherheit zu sorgen. Bonn kann nur mit einem attraktiven Kultur- und Veranstaltungsangebot seine Beliebtheit bei Einwohnern und Touristen aufrechterhalten. Hierzu muss sich die Politik endlich bekennen."
Fachkräftemangel verstärkt sich
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist mit aktuell knapp unter 300.000 auf einem weiterhin sehr hohen Stand. Hille: "Der Beschäftigungsaufbau der Vergangenheit kann gegenwärtig jedoch nicht fortgesetzt werden. Einer der Gründe ist in vielen Branchen der sich verstärkende Fachkräftemangel. Dieser äußert sich neben fehlenden Bewerbern auch in deren nicht ausreichenden Qualifikation und Ausbildung. Zudem fehlt es gerade im Dienstleistungssektor oftmals auch an geeigneten Bewerbern mit Hochschulabschluss." Einer aktuellen Umfrage des Bündnisses für Fachkräfte zufolge wollen die Unternehmen in der Region diesen Schwierigkeiten durch verstärkte Investitionen in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter und Ausbildung neuer Mitarbeiter begegnen. Der IHK-Beschäftigungsindikator steht bei + 2,7 Punkten und lässt somit auf eine weiterhin stabile Entwicklung des Arbeitsmarktes schließen. Neue Stellen werden hauptsächlich im Dienstleistungssektor entstehen. Im Handel und Gastgewerbe wird der Umfang der Beschäftigung dagegen tendenziell eher zurückgehen.
Die einzelnen Branchen im Überblick
Der IHK-Geschäftsklimaindex erreicht für den Dienstleistungssektor mit 141,3 Punkten einen neuen Rekordwert. Auffallend ist insbesondere, dass 55 Prozent der Unternehmen ihre gegenwärtige Lage als "gut" bezeichnen. Weitere nahezu 40 Prozent schätzen die Geschäftslage als "befriedigend" ein. Auch bei einem Blick in die Zukunft herrschen positive Erwartungen vor. Mehr als neun von zehn Unternehmen rechnen mit einer "guten" oder zumindest "befriedigenden" Entwicklung der Geschäfte. Um in Zukunft über eine ausreichende Anzahl an Fachkräften verfügen zu können, sind aus Sicht der Dienstleister die Qualifikation der Schulabgänger und die Kinderbetreuungsangebote von entscheidender Bedeutung.
Zum dritten Mal in Folge konnte der IHK-Geschäftsklimaindex für die Industrie einen Anstieg verzeichnen. Die zu Jahresbeginn begonnene Belebung setzt sich also fort. Getragen wird dieser leichte Aufschwung von den sich verbessernden Erwartungen. Das Saldo des zugehörigen Indikators stieg von + 1,8 Punkte auf + 9,3 Punkte. Hauptgrund für diese Einschätzungen sind die gestiegenen Auftragseingänge aus dem In- und Ausland. Die Kapazitäten in den Industriebetrieben der Region sind nach wie vor gut ausgelastet. Einen deutlichen Sprung nach vorne machte die Investitionsbereitschaft.
Der IHK-Geschäftsklimaindex für den Einzelhandel konnte die magische 100-Punkte-Grenze, mit jetzt 108 Punkten, deutlich zurückerobern. Fast 30 Prozent bezeichnen ihre aktuelle Lage im Herbst 2013 als "gut", weitere 55 Prozent als "befriedigend". Ebenfalls positiv, wenn auch etwas verhaltener fällt die Einschätzung der Perspektiven für die nächsten Monaten aus. IHK-Konjunkturreferent Michael Schmaus: "Diese positiven Beurteilungen spiegeln sich in der Umsatzentwicklung nur in abgeschwächter Form wider. Lediglich jedes fünfte Unternehmen berichtete von Umsatzsteigerungen im Berichtsquartal. Ebenfalls positiv wirken sich die niedrigen Zinssätze aus, die insbesondere bei den privaten Haushalten zu einer ungewöhnlich hohen Konsumneigung geführt haben."
Der Großhandel in der Region setzt seine Berg- und Talfahrt auch in der aktuellen Umfrage fort. Aktuell liegt der IHK-Geschäftsklimaindex bei 116,8 Punkten. Ursache für diesen Aufschwung ist eine deutliche Verbesserung der Lageeinschätzung. Fast 90 Prozent der Großhändler bewerten diese mit "gut" oder "befriedigend". Nach den schlechten Umsatzentwicklungen zu Jahresbeginn registrierten jetzt immerhin 31 Prozent der im Großhandel tätigen Unternehmen steigende Umsätze. Die verbesserte Lage wirkt sich aktuell nicht auf die Investitions- und Beschäftigungsabsichten der Unternehmen im Großhandel aus.
Über die Sommermonate hat sich die Einschätzung der gegenwärtigen Lage in den Unternehmen aus dem Bereich Gastgewerbe leicht verbessert. Nahezu 30 Prozent bezeichnen ihre Situation als "gut". Insbesondere Betriebe des Beherbergungsgewerbes sind aktuell wieder positiver gestimmt. "Diese Einschätzung kann auch durch die im Vergleich zu Nordrhein-Westfalen erfreuliche Entwicklung der Übernachtungszahlen unterstrichen werden", so Schmaus. Weitaus pessimistischer wird die Lage im Bereich der Gastronomie eingeschätzt: Hielten sich in der Vorumfrage die positiven und negativen Erwartungen noch die Waage, so liegt der Indikator jetzt mit - 15,6 Punkten deutlich im negativen Bereich. Schmaus: "Als Ursachen können hier die überdurchschnittlichen Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln und die hohen Energiepreise angeführt werden. Diese beiden Faktoren wirken sich negativ sowohl auf Hoteliers als auch auf die Gastronomen aus." Dies führt dazu, dass der IHK-Geschäftsklimaindex 7,5 Punkte verliert und mit 98,8 Punkten knapp unter die 100-Punkte-Grenze fällt.
Noch einmal deutlich zulegen konnte der IHK-Geschäftsklimaindex für die Informations- und Kommunikationswirtschaft (IKT). Mit 146,5 Punkten übertraf der Index sogar den bisherigen Höchstwert des Jahresbeginns 2012. Erneut bewertete mehr als jedes zweite Unternehmen seine aktuelle Geschäftslage als "gut", jedes dritte als "befriedigend". Angestiegen ist der IHK-Erwartungsindikator. Mit einem Saldo von + 53,3 Punkten übertrifft er die Werte der Vorumfrage noch einmal erheblich. Der Optimismus für die zukünftige Entwicklung der Branche verfestigt sich. Auch auf dem Arbeitsmarkt wird sich die Situation bei den IKT-Dienstleistern positiv auswirken. Über 25 Prozent der Unternehmen planen, in den kommenden Monaten die Beschäftigung zu erhöhen und weitere zwei Drittel gehen von einer gleichbleibenden Beschäftigtenzahl aus.
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Datum: 15.10.2013 - 13:41 Uhr
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