Präsident der Republik Tatarstan besucht TU Ilmenau
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(PresseBox) - Der Präsident der Autonomen Russischen Republik Tatarstan, Rustam Minnichanow, der Rektor der Kasaner Staatlichen Technischen Forschungsuniversität (KNRTU), Prof. Albert Gilmutdinow, der Thüringer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Technologie, Matthias Machnig, sowie das Rektorat der Technischen Universität Ilmenau, vertreten durch den Rektor Professor Peter Scharff, den Prorektor für Wissenschaft, Professor Klaus Augsburg, und den Prorektor für Bildung, Professor Jürgen Petzoldt, kommen am Donnerstag, dem 17. Oktober 2013, ab 13:15 Uhr, im Senatssaal der Technischen Universität Ilmenau zu Gesprächen über den weiteren Auf- und Ausbau umfangreicher Kooperationen in Wissenschaft und Forschung zusammen. Im Mittelpunkt der Gespräche steht eine vertiefte Zusammenarbeit beider Einrichtungen bei der Etablierung deutscher Ingenieurstudiengänge an der Kasaner Technischen Universität sowie ein Besuch der Gäste in profilbestimmenden Forschungseinrichtungen der Technischen Universität Ilmenau.
Der Besuch des tatarischen Präsidenten Rustam Minnichanow geht auf den Besuch der Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht und des Wirtschaftsministers Matthias Machnig in Russland im Oktober 2012 zurück. An der Delegationsreise nahmen auch Vertreter von Universitäten und Hochschulen Thüringens teil, darunter der Prorektor für Wissenschaft der TU Ilmenau, Prof. Klaus Augsburg. In den Gesprächen hatte der Kasaner Rektor Prof. Albert Gilmutdinow wiederholt seine Wertschätzung des deutschen Hochschulsystems und die hohe Bedeutung des Austausches bzw. des Imports von Studiengängen für die Profilierung des Ingenieurstudiums an seiner Universität betont. Eine verstärkte wissenschaftliche Zusammenarbeit wurde angeregt, die nun konkretisiert wird.
Im Mittelpunkt der Gespräche an der TU Ilmenau steht die Etablierung des Projektes "German-Russian Institute of Advanced Technologies" (GRIAT). Das Vorhaben umfasst zum einen den Export von ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen an die Kasaner Universität. Dazu wird ein Konsortium Technischer Universitäten unter der Leitung der TU Ilmenau und unter Beteiligung der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) sowie der TU Chemnitz ingenieurtechnische Studiengänge zur Übernahme durch die KNRTU profilieren. Vorgesehen dafür sind u. a. "Communication and Signal Processing" (TU Ilmenau, Prof. Martin Haardt), "Electrical Engineering and Information Technology" (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Prof. Andreas Lindemann) und "Power Engineering" (BTU Cottbus-Senftenberg, Prof. Harald Schwarz).
Neben dem Export von Studiengängen ist auch der Austausch von Forschergruppen vorgesehen. Noch im Herbst 2013 werden vier Nachwuchsforschergruppen der Kasaner Universität in ausgewählten Fachgebieten der TU Ilmenau sowie in einem Fachbereich der TU Chemnitz zu einem dreiwöchigen Forschungsaufenthalt erwartet, um so ein rasches gegenseitiges Kennenlernen zu ermöglichen und die Prüfung potenzieller wissenschaftlicher Kooperationsformen voranzutreiben.
Langfristig wird das Ziel verfolgt, eine Strategie zur Gründung einer Deutsch-Russischen Universität in Kasan zu entwickeln. Das anspruchsvolle Vorhaben dürfte im Falle seiner Realisierung ohne Beispiel sein, da bisherige deutsch-internationale Universitäten ausschließlich in Entwicklungsländern entstanden. Mit dem Projekt einer Deutsch-Russischen Universität würde sich erstmals eine solche Lehr- und Forschungseinrichtung in einem modernen Industriestaat etablieren.
Im Falle der positiven Begutachtung wird der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) das Vorhaben GRIAT von September 2014 bis August 2018 fördern. Mit der Förderung geht ein Studienaufenthalt von bis zu 100 Studierenden pro Jahr in Deutschland einher, die anschließend in Kasan ihren Masterabschluss erwerben. Beide Seiten streben eine Ausweitung des Projekts an, um weitere Partner sowohl in Deutschland als auch in der Russischen Föderation und in einigen Nachbarstaaten Mittelasiens einzubeziehen.
Die Republik Tatarstan beteiligt sich mit erheblichen finanziellen Mitteln an der Umsetzung dieses ehrgeizigen Programms. Für das Studium in einem Masterstudiengang an der KNRTU werden Studiengebühren erhoben. Allerdings können sich die Studentinnen und Studenten der KNRTU an Stipendienausschreibungen beteiligen und erhalten im Rahmen eines solchen Stipendiums für den vorgesehenen Studienaufenthalt in Deutschland finanzielle Unterstützung durch ihre Universität.
Die Republik Tatarstan kann eine bedeutende, sehr alte Bildungstradition vorweisen. In der Republik, deren Territorium die vierfache Größe Thüringens umfasst, existieren 30 Hochschulen, der größte Teil davon in Kasan selbst. Vier der Kasaner Hochschulen zählen zu den 50 führenden Hochschulen Russlands, darunter auch die Kasaner Staatliche Technische Forschungsuniversität. Tatarstan ist eine autonome Republik der Russischen Föderation im Osten des europäischen Teils von Russland. Mit 3,7 Millionen Einwohnern verkörpert das Land die bevölkerungsreichste Republik unter den autonomen Republiken Russlands. Auf der Basis reicher Erdöl- und Erdgasvorkommen betreibt Tatastan eine weitgehend selbstständige Wirtschaftspolitik. Neben der Brennstoff- und der petrochemischen Industrie prägt der Maschinenbau das wirtschaftliche Profil der Region. Überregional bekannt sind etwa der LKW- und Bushersteller KAMAZ und das Kasaner Hubschrauberwerk.
Die Vertreter der Medien sind herzlich eingeladen.
Programm:
13:15 Uhr
Ankunft und Begrüßung der Delegation an der TU Ilmenau
Leibnizbau, Langewiesener Straße 37
Fototermin:
Leibnizbau, Langewiesener Straße 37, Senatsaal
14:00 Uhr
- Präsentation der Universität und des Projekts GRIAT durch den Rektor, Prof. Dr. Peter Scharff
- Gespräch Runder Tisch zum Thema "Anwendungsorientierte Forschung an der TU Ilmenau" sowie zu Kooperationsbeziehungen zwischen den Kasaner Universitäten und der TU Ilmenau
15:10 bis 15:50 Uhr
Besichtigung des Thüringer Innovationszentrums ThIMo
Projekthalle, Gustav-Kirchhoff-Platz 3
15:50 Uhr
Fototermin, Newtonbau, Treppe,
Gustav-Kirchhoff-Platz 2
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Datum: 16.10.2013 - 15:13 Uhr
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