Von falsch bis ahnungslos: Hersteller unterschätzen Produktqualität und Nachhaltigkeit

Von falsch bis ahnungslos: Hersteller unterschätzen Produktqualität und Nachhaltigkeit

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(PresseBox) - ?Qualität hat ihren Preis?. Eine Binsenweisheit, an die Hersteller ihre Kunden gerne erinnern. Doch sollten die Kunden im Gegenzug erwarten können, dass auch die Ansprüche an Produkte erfüllt werden, die für sie Qualität ausmachen. Aktuelle Untersuchungsergebnisse aus der Jahresanalyse von BauInfoConsult legen nahe, dass Hersteller aus der Bau-und Installationsbranche ein weniger klares Bild der Eigenschaften von Qualitätsprodukten haben, wie die wichtige Bau-Zielgruppe der Architekten. Stark daneben liegen auch die Einschätzungen der Hersteller, auf welche Produkteigenschaften ihre Kunden zu Gunsten eines günstigeren Preises notfalls auch verzichten können. Nicht wenige Hersteller glauben zum Beispiel, Umweltaspekte sind ihren Kunden weniger wichtig - wohl zu Unrecht, wie die Ergebnisse der Architektenbefragung zeigen.
Befragungen für die Jahresanalyse 2013/2014 haben gezeigt, dass Qualität ein wichtiges Entscheidungskriterium für Architekten ist. Drei Viertel der 180 befragten Architekten haben angegeben, dass Qualität zu den drei wichtigs-ten Aspekten zählt, wenn es um die Wahl einer Marke oder einen Hersteller geht. Die Architekten haben auch ge-naue Vorstellungen, was für sie Qualität heißt. So meinte etwa die Hälfte der befragten Planer, dass ein qualitativ hochwertiges Produkt lange halten und dass es aus hochwertigen Materialien bestehen muss. Für ein Drittel der Architekten ist ein Produkt, welches sich schnell verarbeiten lässt, von hoher Qualität. Für jeden vierten Befragten äußert sich die Qualität über eine ansprechende Optik.
In einer Online-Umfrage wurden außerdem 112 Herstellern aus der Bau- und Installationsbranche im Mai 2013 um die Einschätzung gebeten, welche Produkteigenschaften ihrer Meinung nach für Verarbeiter und Planer ein qualita-tiv hochwertiger Baustoff oder Installationsprodukt erfüllen muss, um von echter Qualität sprechen zu können.
Bei den Antworten sticht kein Aspekt besonders hervor Am ehesten wurde noch die einfache Verarbeitung ge-nannt. Aber insgesamt nannten vergleichsweise wenige Hersteller ähnliche Aspekte wie ihre Kunden. Man sieht deutlich, dass die befragten Hersteller entweder eine nur vage Vorstellung vom Qualitätsverständnis der Architek-ten haben oder mit ihrer Einschätzung sogar komplett daneben liegen. Gerade aber die Frage, wie die Zielgruppe denkt und was sie erwartet, kann im Wettbewerb mit anderen Herstellern den entscheidenden Vorteil bringen.


Noch weiter daneben liegen die Hersteller bei der Einschätzung, wo ihre Kunden aus Kostengründen Abstriche akzeptieren. Denn natürlich ist jedem klar, das Qualität ihren Preis hat und nicht alle Ansprüche erfüllt werden können. So entsteht ein Spannungsfeld zwischen Qualität und Preis, in dem ein akzeptabler Kompromiss gefunden werden muss. 40 Prozent von 180 telefonisch befragten Architekten gaben an auf eine schnelle, 20 Prozent auf eine einfache Verarbeitbarkeit am ehesten zu Gunsten eines günstigeren Preises verzichten zu können (ob das die Verarbeiter wohl genauso sehen?).
Allerdings sind auch die ansonsten als design- und optikorientiert verschrienen Architekten bereit Einbußen in die-sem Bereich zu akzeptieren.
Ein Blick auf die Gegenfrage an die Hersteller zeigt, dass auch hier die Hersteller nur bedingt mit den Antworten der Architekten übereinstimmen. Besonders pikant: Das von praktisch allen Herstellern gebetsmühlenhaft ange-führte Bekenntnis zur Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit wird allen voran von den Herstellern als für die Kun-den eigentlich verzichtbare Produkteigenschaft eingeschätzt.
Fest steht: Bei wem Umweltfreundlichkeit ein bloßes Marketing-Lippenbekenntnis ist, produziert an den Prioritäten der Architekten vorbei, die kaum an den Umweltaspekten sparen möchten. Eine weitere Fehleinschätzung der Hersteller: In ihrer Wahrnehmung scheint es logisch (spontane Nennung von 37 Prozent), dass bei einem günsti-geren Preis die Planer und Verarbeiter auch auf hochwertige Materialien verzichten können. Hochwertige Materialien - dazu gehört heutzutage im Übrigen auch Umweltfreundlichkeit - wurden aber besonders häufig von Architekten spontan als wichtiges Qualitätsmerkmal angeführt. Also sollte also auch nicht ausgerechnet dieser Aspekt zu kurz kommen, um einen günstigeren Preis zu erzielen.
BauInfoConsult Jahresanalyse 2013/2014
Die Informationen stammen aus der Jahresanalyse 2013/2014, der jährlichen Studie von BauInfoConsult zu Kon-junktur und Entwicklungstrends in der Bau- und Installationsbranche. Dabei werden auf Basis von über 1.400 Inter-views unter Branchenakteuren u. a. behandelt:
?Baukonjunktur: Entwicklung und Erwartungen
?Regionale Hochbauprognose 2013 und 2014
?Nachhaltiges Bauen
?Barrierefreies Bauen
?Intelligente Gebäudetechnik
?Materialtrends im Wohnungs- und Nichtwohnungsbau
?Qualität, Service und Serviceleistungen
?Customer Experience Management
?Kommunikations- und Informationsverhalten, Social Media
?und vieles mehr...
Die Jahresanalyse 2013/2014 kann bei BauInfoConsult bezogen werden. Mehr Informationen erhalten Sie unter www.bauinfoconsult.de.

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Datum: 31.10.2013 - 16:59 Uhr
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