Neue OZ: Neue OZ - Nachricht zu doppelte Staatsangehörigkeit

Neue OZ: Neue OZ - Nachricht zu doppelte Staatsangehörigkeit

ID: 972860
(ots) - Migrationsexperten fordern "Doppelpass mit
Generationenschnitt"

Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration gegen
automatische Weitergabe von Staatsbürgerschaft - Lebensmittelpunkt
soll entscheiden

Osnabrück.- Unmittelbar vor dem nächsten Treffen der Arbeitsgruppe
Innenpolitik bei den Koalitionsgesprächen schlägt der
Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und
Migration (SVR) einen Kompromiss im Streit über die doppelte
Staatsbürgerschaft vor. Das Modell eines "Doppelpass mit
Generationenschnitt" geht aus einem Positionspapier hervor, das der
"Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitag) vorliegt.

Akzeptiert werden sollte demnach die doppelte Staatsangehörigkeit
für in Deutschland geborene Kinder von Zuwanderern. "Nach der dritten
oder vierten Generation sollte aber keine automatische Weitergabe der
Staatsangehörigkeit der Eltern an ihre Kinder mehr erfolgen",
erklärte die SVR-Vorsitzende Christine Langenfeld. "Entscheidend ist
in diesen Fällen der Lebensmittelpunkt der Kinder." Mit einem solchen
Generationenschnitt werde vermieden, dass Personen die
Staatsangehörigkeit eines Landes besitzen, das ihre Familie bereits
vor mehreren Generationen verlassen habe.

Die doppelte Staatsbürgerschaft gilt als einer der Streitpunkte
zwischen Union und SPD, deren Koalitionsunterhändler am Freitag über
das Thema beraten. Seit dem Jahr 2000 erhalten in Deutschland
geborene Kinder von Einwanderern aufgrund der Optionspflicht neben
der Staatsangehörigkeit ihrer Eltern auch die deutsche. Bis zum 23.
Lebensjahr müssen sie sich für eine entscheiden. Die SPD will, dass
der Optionszwang wegfällt. Vor allem Teile der CSU tun sich aber
schwer damit.

Auch der SVR fordert die Abschaffung der Optionspflicht. "Aus
integrationspolitischer Perspektive ist die Optionspflicht ein


Fehlschlag, weil sie junge Menschen zwingt, sich zwischen der
deutschen und der Staatsangehörigkeit ihrer Eltern zu entscheiden",
heißt es. Zudem führe der Optionszwang zu einem sehr hohen
Verwaltungsaufwand und erzeuge rechtliche Unsicherheit.



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Datum: 01.11.2013 - 05:30 Uhr
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