Kritik an Gänsejagd im Wasservogel-Reservat / Polizei stoppt Vogeljäger am Galenbecker See
ID: 973926
das Naturschutzgebiet "Galenbecker See" (Mecklenburg-Vorpommern)
haben Jäger am Wochenende wiederholt gegen Schutzvorschriften
verstoßen und zahlreiche Vögel beim Abflug von ihrem Schlafgewässer
erlegt. Wie das Komitee gegen den Vogelmord mitteilt, wurde durch die
Schießerei zudem Tausende streng geschützter Kraniche, Singschwäne
und anderer Wasservögel massiv gestört und aus dem Gebiet vertrieben.
Mitarbeiter des Verbandes hatten am Freitagmorgen bei Heinrichswalde
beobachtet, wie mindestens 10 Personen die abfliegenden Gänse direkt
an der Schutzgebietsgrenze unter Beschuss nahmen. "Innerhalb einer
halben Stunde fielen mehr als 30 Schüsse. Die Jäger schossen direkt
in das Reservat hinein und hatten zudem keinen geeigneten Jagdhund
zum Bergen der geschossenen Tiere dabei", berichtet
Komitee-Vorstandsmitglied Thomas Hellwig. Eine vom Komitee zur Hilfe
gerufene Polizeistreife spürte sechs Jäger im Gelände auf und stellte
deren Personalien fest. Die Vogelschützer erstatteten Anzeige wegen
Verstoß gegen das Landesjagdgesetz.
Am Samstagmorgen beobachteten die Vogelschützer am Südufer des
Sees, wie zwei Jäger mehrere Schüsse auf einen gemischten Schwarm aus
Gänsen und Kranichen abgaben. Auch hier schossen die Jäger von der
Grenze direkt ins Schutzgebiet und hatten entgegen der Vorschrift
keinen Jagdhund zum Bergen der Tiere dabei.
Beim Galenbecker See handelt es sich um ein Europäisches
Vogelschutzgebiet, das internationale Bedeutung als Rast- und
Überwinterungsgebiet für bedrohte Zugvogelarten hat. Zur Zeit rasten
am Galenbecker See mehrere zehntausend Kraniche, Singschwäne, Enten
und arktische Wildgänse, für die strenge Schutzvorschriften gelten.
So darf in einer Pufferzone rund um das Gewässer nicht auf Gänse
geschossen werden, um Störungen und damit Chaos in den Vogelmassen zu
verhindern. Das Komitee wirft den Jägern vor, von der Grenze dieses
Schutzbereiches auf abfliegende Vögel geschossen und damit de facto
innerhalb des Gebietes gejagt zu haben. Weitere beobachtete Verstöße
umfassen die Jagdausübung ohne den gesetzlich vorgeschriebenen
Jagdhund, die Jagdausübung in einem befriedeten Bezirk sowie den
Beschuss von zu hoch fliegenden Vögeln.
Angesichts der massiven Beeinträchtigung des Gebietes fordert das
Komitee die Landesregierung auf, die Einhaltung der
Schutzvorschriften am Galenbecker See strenger zu überwachen und die
Gänsejagd langfristig ganz zu verbieten. "Die Jagd auf Zugvögel ist
nicht nachhaltig und sorgt für massive Störungen auf einer für den
Wasservogelschutz wichtigsten Flächen in Deutschland", so Thomas
Hellwig. Das Komitee kündigte an, bis zum Ende der Jagdsaison weitere
Kontrollen der Gänsejagd in Mecklenburg Vorpommern durchzuführen.
Pressekontakt:
V.i.S.d.P.: Komitee gegen den Vogelmord e.V., Axel Hirschfeld, an der
Ziegelei 7, 53127 Bonn, Kontakt für Rückfragen: Thomas Hellwig,
Telefon 015254215143
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Datum: 04.11.2013 - 13:18 Uhr
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