Einführung eines Unternehmensstrafrechts: Justizministerkonferenz begrüßt Vorschlag aus Nordrhein-Westfalen und Vorbereitung einer Bundesratsbefassung
ID: 981204
Einführung eines Unternehmensstrafrechts: Justizministerkonferenz begrüßt Vorschlag aus Nordrhein-Westfalen und Vorbereitung einer Bundesratsbefassung
Berlin, 14.11.2013 - Die Antikorruptionsorganisation Transparency International Deutschland begrüßt den Vorschlag von Nordrhein-Westfalens Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) für ein Gesetz zur Einführung der strafrechtlichen Verantwortlichkeit von Unternehmen und sonstigen Verbänden. Transparency Deutschland fordert seit Langem, dass Bestechung durch deutsche Unternehmen härter bestraft werden muss. Die OECD fordert zum Beispiel die Einführung eines Unternehmensstrafrechts. Diese Forderung wurde nun von NRW-Justizminister Kutschaty aufgegriffen. Sein Vorschlag wurde auf der heutigen Justizministerkonferenz begrüßt. Kutschaty wird gebeten, in Abstimmung mit den anderen Ländern eine Bundesratsbefassung vorzubereiten.
Jürgen Marten, stellvertretender Vorsitzende von Transparency Deutschland: "Deutsche Unternehmen gelten im Ausland als zuverlässige und integre Partner. Trotzdem können große Skandale ihren Ruf immer wieder in Misskredit bringen. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten steigt der Druck auf die Unternehmen. Daher müssen wir Unternehmen, die sauber arbeiten wollen, durch bessere Gesetze schützen. Die gesetzliche Regelung der strafrechtlichen Verantwortlichkeit von Unternehmen und Verbänden, wie Nordrhein-Westfalen sie vorschlägt, wäre ein wichtiger und lange überfälliger Schritt."
Während es unter anderem in Frankreich, Österreich und Spanien ein Unternehmensstrafrecht gibt, werden in Deutschland Korruptionsdelikte im Geschäftsverkehr bisher nur nach dem Ordnungswidrigkeitengesetz geahndet. Hier hat Deutschland zwar die mögliche Geldbuße, die gegen Unternehmen verhängt werden kann, von 1 Million auf 10 Millionen Euro angehoben. Das Strafmaß bleibt jedoch weiterhin zu gering.
Zum Vorschlag
Der Vorschlag von Nordrhein-Westfalens Justizminister rückt das Unternehmen und andere Verbände ins Zentrum der Strafverfolgung. Durch die Einführung eines Unternehmensstrafrechts sollen sowohl die fehlerhafte Auswahl von Führungspersonal als auch verschuldete Überwachungsfehler bestraft werden können. Es sollen Anreize gesetzt werden, damit Unternehmen präventive Maßnahmen gegen Korruption ergreifen und ein den Risiken des Unternehmens angepasstes Compliancemanagementsystem einführen. Dazu zählen aus Sicht von Transparency Deutschland zum Beispiel
? ein klares Bekenntnis der Unternehmensführung zu Null-Toleranz von Korruption,
? die Aufstellung von klaren, sanktionsbewährten Verhaltensregeln,
? die Schulung von Mitarbeitenden und
? die Einführung eines Hinweisgebersystems.
Transparency Deutschland hat eine Reihe von Hilfestellungen für Unternehmen erarbeitet. Dazu zählen unter anderem die Checkliste für Self-Audits für Unternehmen und die Schulungsbroschüre RESIST "Erpressung und Bestechungsforderungen in internationalen Geschäften widerstehen".
Kontakt
Prof. Dr. Dr. Jürgen Marten, Stellvertretender Vorsitzender
Dr. Christian Humborg, Geschäftsführer
Transparency International Deutschland e.V.
Tel.: 030 - 54 98 98 0
PresseKontakt / Agentur:
Prof. Dr. Dr. Jürgen Marten, Stellvertretender Vorsitzender
Dr. Christian Humborg, Geschäftsführer
Transparency International Deutschland e.V.
Tel.: 030 - 54 98 98 0
Datum: 14.11.2013 - 17:51 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 981204
Anzahl Zeichen: 3425
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 198 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Einführung eines Unternehmensstrafrechts: Justizministerkonferenz begrüßt Vorschlag aus Nordrhein-Westfalen und Vorbereitung einer Bundesratsbefassung"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Transparency International Deutschland (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Umfrage deckt unangemessene Beeinflussung interner Revisoren auf Um die Unabhängigkeit Interner Revisoren steht es schlecht in Deutschland. Zu diesem Ergebnis ist eine Befragung durch Transparency International Deutschland gekommen, deren Ergebnisse jetzt vorliegen. 65 Prozent der Teilnehmer g
Anwendungsbeobachtungen - Instrumente für Korruption? ...
Nach zwei erfolgreichen Klageverfahren auf Auskunft nach dem Informationsfreiheitsgesetz des Bundes hat die Antikorruptionsorganisation Transparency International Deutschland e.V. mit Unterstützung der Deutschen Gesellschaft für Informationsfreiheit nach insgesamt vier Jahren zu Anwendungsbeobac
Neue Leitung der Regionalgruppe Thüringen/Sachsen-Anhalt von Transparency Deutschland ...
Jan Lemanski und Andrea Priebe wollen verstärkt Präsenz in der Region zeigen Die Regionalgruppe Thüringen/Sachsen-Anhalt der Antikorruptionsorganisation Transparency International Deutschland hat eine neue Führungsspitze gewählt. Nachfolger des bisherigen Regionalgruppenleiters Sebastian H
Weitere Mitteilungen von Transparency International Deutschland
Verdachtsunabhängige Überwachung von ALG II-Empfängern gefährdet Rechtsstaat ...
Zur Forderung der Bundesagentur für Arbeit (BA) nach einer gesetzlichen Grundlage für die systematische und verdachtsunabhängige Online-Überwachung von ALG II-Leistungsbeziehern nimmt Bernd Schlömer, Bundesvorsitzender der Piratenpartei Deutschland, wie folgt Stellung: »Dass eine staatlic
Mit Ende des Ausnahmezustands muss auch die Unterdrückung der Pressefreiheit ein Ende haben ...
Reporter ohne Grenzen (ROG) fordert die ägyptische Regierung auf, mit der heute in Kraft tretenden Aufhebung des Ausnahmezustands auch ihre Repressionen gegen Journalisten und Medien zu beenden. Seit dem Sturz von Präsident Mohammed Mursi sind Journalisten in dem Land Militärprozessen, willkür
Peter Weiß als Vorsitzender der Arbeitnehmergruppe wiedergewählt ...
Die Arbeitnehmergruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat in ihrer Sitzung am heutigen Donnerstag Peter Weiß (Emmendingen) einstimmig erneut zum Vorsitzenden gewählt. Als Ersten Stellvertretenden Vorsitzenden wählten die Mitglieder des Arbeitnehmerflügels Paul Lehrieder aus Würzburg. Weite
Windige Manöver der CSU / CSU soll Fraktionsgemeinschaft mit CDU aufkündigen und neues Griechenlandpaket ablehnen ...
"Wenn der CSU diese Forderung ernst wäre, sollte sie die Fraktionsgemeinschaft mit der CDU aufkündigen und sich der AfD anschließen", kommentiert Bernd Lucke, Sprecher der Alternative für Deutschland, die als Protokollnotiz der CSU versteckte Forderung, Schuldenländer aus der Euroz




