Badische Neueste Nachrichten: Wulff als Kämpfer
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Der Prozess in Hannover soll ihm die verlorene Ehre zurückgeben. Als
strahlender Sieger will der frühere Bundespräsident in ein paar
Wochen den Gerichtssaal verlassen. Wulff hätte es sich einfach machen
und den Strafbefehl bezahlen können. Aber der einstige Hausherr im
Berliner Schloss Bellevue will mehr. Dafür nimmt der
Ex-Bundespräsident in Kauf, dass die Öffentlichkeit jedes Detail des
politischen Abstiegs eines einstiges Hoffnungsträgers durchkauen
wird. Er habe sich im Amt immer korrekt verhalten, beteuerte Wulff
gestern beim Gerichtstermin in Hannover. Es mag durchaus sein, dass
die Richter am Landgericht im konkreten Fall dieser Einschätzung
folgen werden. Aber der Vorwurf wird bleiben, dass Wulff in seiner
Zeit als Regierungschef in Niedersachsen und später als
Bundespräsident immer mehr die nötige Bodenhaftung verloren hat.
Während es anderen Politikern gelingt, genau zu erkennen, was geht
und was nicht, gefiel sich Wulff in der Rolle als umschwärmter
Zampano. Die Freundschaften mit Showstars, mit Wirtschaftsgrößen und
Medienleuten schmeichelten dem CDU-Spitzenmann aus der Provinz. Im
öffentlichen Dienst gibt es - aus gutem Grund - klare Regeln, bis zu
welchem Mini-Betrag "Geschenke" angenommen werden dürfen. Was einem
einfachen Beamten recht ist, sollte auch Berufspolitikern billig
sein. Nicht alles, was juristisch möglich ist, sollte man auch
ausreizen.
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Badische Neueste Nachrichten
Klaus Gaßner
Telefon: +49 (0721) 789-0
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Datum: 14.11.2013 - 22:45 Uhr
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