Schwäbische Zeitung: Einsamer Rufer - Kommentar

Schwäbische Zeitung: Einsamer Rufer - Kommentar

ID: 983080
(ots) - In den ersten Jahren seiner Amtszeit hatte der
deutsche Arbeitgeberpräsident ein leichtes Spiel. Gewerkschaften
galten vielen als Auslaufmodell. SPD-Kanzler Schröder brachte mit der
Agenda 2010 eine bedeutende liberale Wirtschaftsreform auf den Weg.
Die Forderung "Mehr Markt, weniger Staat" war in der Mitte der
Gesellschaft konsens- und salonfähig. Dieter Hundt sprach aus, was
viele dachten. Dann kam die Finanzkrise. Sie verkehrte den Blick auf
die Wirtschaft. Das Vertrauen in die freien Märkte ist seither
erschüttert. Weite Teile der Bevölkerung stellen Konzerne, Manager
und Reiche inzwischen unter Generalverdacht. Banken werden ebenso
verachtet wie Aktienhändler. Umverteilung schlägt freies
Unternehmertum. Das Postulat lautet nicht mehr "Entfesselt die
Märkte", sondern "Gesetze müssen her". Im Bundestag ist die Stimme
der Wirtschaft fast verstummt.

Der neue Arbeitgeberpräsident wird ein einsamer Rufer sein. Umso
mehr Bedeutung fällt ihm zu.



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Datum: 18.11.2013 - 21:53 Uhr
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