Neue OZ: Kommentar zu Griechenland
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Dass der griechische Staat, ohne Berücksichtigung der
Zinszahlungen, nach vielen dürren Jahren erstmals wieder schwarze
Zahlen schreibt, ist bemerkenswert. Es zeigt, dass sich in Hellas
trotz vieler ungelöster Probleme etwas bewegt. Und dass die Hilfen
der Euro-Länder und die persönlichen Opfer Tausender Griechen unter
der harten Sanierungspolitik nicht vergebens sind. Aber der Anstieg
der Staatseinnahmen ist ein zartes Pflänzchen. Die deutsche
Bundeskanzlerin stellt den Griechen weitere Unterstützung beim
Modernisieren ihrer Verwaltung und ihres Gesundheitssystems in
Aussicht. Das ist gut. Aber Hilfestellung allein für den Staat reicht
nicht, um die griechische Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs zu
bringen und damit auch das Steueraufkommen zu erhöhen.
Es ist die Privatwirtschaft, die jetzt Impulse braucht. Mehr
Nachfrage und Investitionen müssen her, damit Griechenland einen
Aufschwung erlebt. Nachfrage kann aus der Euro-Zone und insbesondere
ihrer stärksten Volkswirtschaft Deutschland kommen. Der deutsche
Staat verfügt über gigantische Einkaufskraft. Warum nicht während
einer begrenzten Phase Aufträge gezielt an griechische Unternehmen
vergeben? Warum nicht mithilfe von Unternehmensberatern dazu
beitragen, dass griechische Staatsunternehmen attraktive
Kaufkandidaten werden? Vieles, was den Privatsektor beleben kann, ist
denkbar. Aber es muss getan werden, und zwar bald.
Christian Schaudwet
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Neue Osnabrücker Zeitung
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Datum: 22.11.2013 - 22:00 Uhr
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