Lausitzer Rundschau: Verloren im Kleinklein
Ein Plan ist bei Union und SPD auf den letzten Metern nicht zu erkennen
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nicht stecken. Die Koalitionsverhandlungen befinden sich auf der
Zielgeraden, und Merkel trifft jetzt auf eine CSU, die nach ihrem
Parteitag noch vehementer für ihre Forderungen eintritt. Mit Blick
auf die Einführung einer Pkw-Maut ist die Kanzlerin sogar schon vom
bayerischen Triumphator Horst Seehofer vorgeführt worden. Obendrein
sieht sich die CDU-Vorsitzende einer SPD-Spitze gegenüber, die vor
ihren meuternden Mitgliedern wie das berühmte Kaninchen vor der
Schlange sitzt. Das macht die Genossen um Sigmar Gabriel auf den
letzten Metern noch unberechenbarer. Vielleicht zieht der SPD-Chef
sogar die Reißleine, um beim Mitgliederentscheid nicht selbst mit
wehenden Fahnen unterzugehen. Unwahrscheinlich ist das nicht. Und
Merkel? Seit Wochen reagiert die Kanzlerin nur noch, lässt sich ein
ums andere Mal von der Schwester CSU und der SPD inhaltlich
abpressen, was sie im Wahlkampf für falsch erachtet hat. Das nimmt
ihr die eigene Basis bereits übel, die bei den Verhandlungen so gut
wie keine Handschrift der CDU wahrnehmen kann. Bislang liegt sowieso
kein Segen auf der schwarz-roten Suche nach Gemeinsamkeiten. In den
vergangenen sieben Wochen haben sich die mutmaßlichen Koalitionäre
einerseits im Kleinklein des Wünsch-Dir-Was verloren, andererseits
hinter Maximalforderungen eingemauert. Wie daraus bis zum kommenden
Mittwoch ein schwarz-roter Koalitionsvertrag entstehen soll, der auch
so etwas wie Aufbruch, eventuell sogar einen Plan für die Zukunft des
Landes beinhaltet, wissen die Protagonisten nicht einmal selber. Es
droht wieder ein verpatzter Start, falls es zu dem Bündnis kommt.
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Datum: 24.11.2013 - 19:40 Uhr
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