Rheinische Post: Kommentar /
Der Papst ist ein Segen
= Von Lothar Schröder
ID: 988355
begonnen hat: mit einem klaren Bekenntnis zur frohen Botschaft und zu
einer Kirche, die diese auch lebt und nicht nur pompös verkündet. In
einer Zeit, in der kirchliche Reformen so lange von Theologen
ausdifferenziert werden, bis kaum noch ihr Ausgangspunkt zu erkennen
ist, wird ein Apostolisches Schreiben mit eigentlich
selbstverständlichen Forderungen nach Bescheidenheit und Mut,
Menschenliebe und Flüchtlingshilfe zur kleinen Sensation. Für Papst
Franziskus aber spiegelt sich in seinem Bekenntnis zur Armut mehr als
nur ein ausgeprägtes soziales Empfinden. Für ihn ist die Armut der
Ort, an dem sich nichts mehr zwischen den Menschen und Gott und seine
Liebe stellt. Die Unbeirrbarkeit dieses Reform-Papstes macht Mut,
während die Länge seines Weges fast entmutigt. Noch ist die
Kurienreform nicht in Gang gekommen, die Dezentralisierung nicht
umgesetzt, sind pastorale Fragen nur angesprochen. So viele hoffen
auf den Papst, der zugleich vor einer Überforderung seines Amtes
warnt. Wir sollten aufhören, unsere Glaubensfragen immer nur zu
delegieren.
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Datum: 26.11.2013 - 19:57 Uhr
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