Etwa 75 Schulsozialarbeiterstellen in Norddeutschland entfallen wegen fehlender Bundesmittel
ID: 988396
Sperrfrist: 27.11.2013 01:00
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In Norddeutschland fallen in den kommenden Wochen zahlreiche
Stellen in der Schulsozialarbeit weg. Von den bislang rund 750 mit
Bundesmitteln finanzierten Mitarbeitern werden die Landkreise und
Städte jede zehnte Stelle streichen. Betroffen ist vor allem
Niedersachsen. Das hat eine Umfrage des Hörfunksenders NDR Info unter
den Landkreisen und Städten in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und
Mecklenburg-Vorpommern sowie in Hamburg ergeben. Die bislang aus dem
so genannten Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes bezahlten
Sozialarbeiter unterstützen in Schulen lernschwache Kinder, helfen
bei Konflikten und vermitteln zwischen Schule, Eltern und
Sozialbehörden. Für ein weiteres Viertel aller aus dem Teilhabepaket
finanzierten Stellen ist die künftige Finanzierung noch unsicher.
Vielerorts steht nur noch bis Mitte kommenden Jahres Geld zur
Verfügung. Rund die Hälfte der Städte und Kreise hat dagegen
entschieden, alle Schulsozialarbeiter unverändert weiter zu
beschäftigen.
Die Finanzierung durch den Bund über das Bildungs- und
Teilhabepaket läuft zum 31. Dezember aus und war von vornherein auf
zwei Jahre begrenzt. Neben dem Bildungs- und Teilhabepaket gibt es
noch weitere Finanzierungsquellen für die Schulsozialarbeit, die von
dem Auslaufen des Bundeszuschusses aber nicht betroffen sind.
In Niedersachsen ist das Aus für viele Stellen schon besiegelt:
Hier fällt von den mehr als 300 Stellen, die mit dem Geld aus dem
Teilhabepaket geschaffen wurden, etwa ein Viertel weg. So können etwa
die Landkreise Aurich, Celle, Osnabrück, Rotenburg/Wümme, Schaumburg
und Vechta die Arbeit nicht mehr in vollem Umfang finanzieren. Eine
Anschlussfinanzierung durch das Land ist bislang nicht zu Stande
gekommen. Ursprünglich hatte das niedersächsische Kultusministerium
angekündigt, eine "solide Basis" für die Schulsozialarbeit zu
schaffen. Auf Nachfrage von NDR Info erklärte eine Sprecherin: "Das
braucht aber Zeit und viele Gespräche, weil komplizierte
Zuständigkeiten geklärt werden müssen".
In Schleswig-Holstein ist über konkrete Stellenstreichungen noch
nicht entschieden. Allerdings ist die Zukunft eines Großteils der
mehr als 200 mit Bundesmitteln geschaffenen Stellen noch ungeklärt.
Lediglich die Kreise Pinneberg und Rendsburg-Eckernförde haben
beschlossen, die Schulsozialarbeit unverändert fortzusetzen. Anderswo
warten die Verantwortlichen auf ein geplantes Landesgesetz. Damit
soll bisher nicht abgerufenes Geld aus dem Teilhabepaket in Höhe von
rund 25 Millionen Euro unter anderem für die Schulsozialarbeit
genutzt werden können.
In Mecklenburg-Vorpommern läuft fast alles weiter wie bisher. Für
die rund 80 durch das Teilhabepaket finanzierten Stellen steht noch
Geld aus den Vorjahren zur Verfügung. Außerdem erhalten die Kreise
für viele Sozialarbeiter künftig EU-Gelder. Lediglich im Landkreis
Rostock sollen - wegen sinkender Schülerzahlen - drei
Schulsozialarbeiter-Stellen wegfallen.
In Hamburg übernimmt nach Angaben der Schulbehörde der Senat die
Kosten für die 122 Sozialarbeiter-Stellen, die mit dem Geld aus dem
Teilhabepaket geschaffen worden waren.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Kersten Mügge, NDR Info
Reporterpool, Tel. 040/4156-3912.
Pressekontakt:
Norddeutscher Rundfunk
Presse und Information
Ralph Coleman
Tel: 040-4156-2302
http://www.ndr.de
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