Neue OZ: Kommentar zu Arbeit / Gesellschaft / Gewerkschaften
ID: 990835
Die IG Metall macht es sich zu einfach, wenn sie gesetzliche
Regelungen fordert, um SMS- und Mail-Verkehr nach Feierabend zu
unterbinden. Die neue Koalition kann kein Gesetz gegen Stress
vereinbaren. Denn Studien zufolge sind es auch die eigenen zu hohen
Erwartungen, die in erster Linie Stress verursachen. Hier jedoch
könnten die Arbeitgeber sehr wohl helfen, damit ihre Angestellten
locker bleiben.
Zwar lassen sich Arbeit und Freizeit für viele immer schwerer
voneinander trennen. Und wer tatsächlich ständig erreichbar ist, dem
geht dies auf die Dauer an die Substanz. Doch dem ist bereits ein
gesetzlicher Riegel vorgeschoben: Sofern vertraglich kein
Bereitschaftsdienst festgelegt ist oder der Arbeitnehmer nicht eine -
meist gut bezahlte - Führungsposition bekleidet, ist die permanente
Erreichbarkeit ohnehin rechtlich unzulässig.
Dagegen hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa erst kürzlich
herausgefunden, was wirklich am meisten Stress verursacht: ein zu
hohes Arbeitspensum, Termindruck und Unterbrechungen. Kritisch wird
es für den Arbeitnehmer, wenn dann noch mangelnde Anerkennung - auch
finanzielle -, zu wenig Eigenverantwortung und die mangelnde
Vereinbarkeit von Beruf und Kindern hinzukommen. Hier muss der
Arbeitgeber handeln. Er ist gefordert, der Arbeitsverdichtung Einhalt
zu gebieten, für leistungsgerechte Bezahlung zu sorgen und
Familienfreundlichkeit großzuschreiben.
Fabian Löhe
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Neue Osnabrücker Zeitung
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Datum: 29.11.2013 - 22:00 Uhr
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