Solidarisch bis zum Untergang? Gastbeitrag zum deutsch-griechischen Fall von Prof. Dr. Spiridon Paraskewopoulos
Eine Lehrstunde in Solidarität erteilt der Gastautor und Wirtschaftswissenschaftler Prof. Spiridon Paraskewopoulos insbesondere den südeuropäischen Nörglern, die Deutschland eine zu geringe Hilfsbereitschaft in der Griechenlandkrise vorwerfen. Paraskewopoulos schlüpft in die Rolle des Advocatus Diaboli, indem er das Bild einer schier endlosen Solidarität in Europa zeichnet, die Griechenland und seine Politiker anscheinend überfordert.
Kreditgeber als Hauptschuldige am Pranger
Am "Schändlichsten" empfindet der aus Traganon stammende Wirtschaftswissenschaftler, dass die griechischen Politiker angesichts der von ihnen verursachten Griechenlandkrise von sich ablenken und mit dem Finger auf die Geldgeber zeigen, die Schuld an der prekären Situation der griechischen Bürger sein sollen. Und die Botschaft, dass die deutschen Zinswucherer die Griechen unterwerfen wollten, sei bereits in der griechischen Gesellschaft angekommen.
Absurde Vorwürfe der Dominanz und Hegemonie
Auch polemische Behauptungen aus Südeuropa, wonach die Deutschen "eine deutsche Dominanz und Hegemonie in Europa – wenn nicht weltweit" errichten wollten, sind für Paraskewopoulos absurd und nicht nachvollziehbar: "Ich, der mehr als 52 Jahre integriert in Deutschland lebt, habe nicht mitbekommen, dass die deutsche Bevölkerung fast 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg nach wie vor nicht aufgehört haben soll, Anhänger der imperialen Politik Bismarcks und Hitlers zu sein".
"Die Deutschen – ein weises Volk"
Mit Zehen, Klauen und einem scharfen analytischen Blick verteidigt Paraskewopoulos seine Wahlheimat Deutschland, die selbst wegen ihrer dunkelsten Jahre einen schmerzhaften Lernprozess durchleben musste, und nach Läuterung und Hilfe von außen an Weisheit gewann: "Den Deutschen ist es gelungen, die soziökonomischen Prinzipien oder Grundsätze der Subsidiarität und Solidarität so miteinander zu verknüpfen, dass daraus das soziökonomische System der Marktwirtschaft mit sozialem Gesicht, also die Soziale Marktwirtschaft, entstand und umgesetzt wurde", schreibt der Ökonom in seinem Beitrag.
Erfahren Sie in dem Gastbeitrag auch, wie die wirtschaftliche Fortentwicklung Deutschlands – auf den starken Pfeilern der Subsidiarität und Solidarität – auch die übrigen Länder der Europäischen Union beeinflusst hat. Der Blick durch die Brille eines Ökonomen öffnet einen Zugang zu den Wurzeln der Solidarität und deren Verankerung in einem sozioökonomischen Modell, das weiterlebt – und von dem auch die Empfänger-Länder in Zeiten der Eurokrise profitiert haben und noch profitieren.
Lesen Sie den Gastbeitrag "What I like about Germans - and hate about Greeks" von Prof. Dr. Spiridon Paraskewopoulos in englischer Sprache auf International Trade News: Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
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Datum: 05.12.2013 - 10:20 Uhr
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