FSC-Co-Autor Rainforest Alliance fordert: UN-Klimagipfel muss Ende der Zerstörung tropischer Wälder erreichen
Je näher die UN-Klimakonferenz in Kopenhagen rückt (7. bis 18. Dezember 2009), desto unsicherer scheint die Einigung auf ein so dringend benötigtes Klimaschutzabkommen mit verbindlichen Zielen zu sein. Schon bei der UN-Klimakonferenz in Barcelona konnte man sich auf keinen Vertragsentwurf einigen. Auch die Verhandlungen zu einem US-Klimaschutzgesetz gerieten ins Stocken. Deshalb rechnen UN-Diplomaten auch nicht mehr mit einem verbindlichen Abkommen in Kopenhagen. In der Zwischenzeit werden weiterhin große Gebiete tropischen Regenwaldes vernichtet. Die Rainforest Alliance wird sich in Kopenhagen für eine rasche Einigung in Fragen der Landnutzung und Forstwirtschaft einsetzen. Denn die Verringerung von Schadstoff-Emissionen muss endlich wirksam vollzogen werden.
Die Rainforest Alliance setzt sich ein für nachhaltige Forstwirtschaft - weltweit(firmenpresse) - Jeden Tag werden über 32.000 Hektar (rund 45.000 Fußballfelder) tropischen Regenwaldes zerstört. Noch einmal 32.000 Hektar werden drastisch geschädigt. Nach Informationen der FAO, der Ernährungs- und Landwirtschaftskommission der Vereinten Nationen, nahm die Abholzung tropischer Regenwälder in diesem Jahrzehnt im Vergleich zu den 1990er Jahren um 8,5 Prozent zu. Forscher gehen davon aus, dass der Verlust tropischer Urwälder seit den 1990er Jahren um 25 Prozent angestiegen ist.
Die Abholzung der tropischen Regenwälder schlägt mit 20 Prozent der Kohlendioxid-Emissionen weltweit zu Buche. Durch die Rodungen wird das Klima in vielfacher Weise negativ beeinflusst: Gefällte Bäume binden keinen Kohlenstoff mehr. Die Zersetzung oder das Verbrennen setzen Kohlenstoff-Verbindungen frei, die als Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen. Noch mehr Kohlenstoff-Emissionen entstehen, wenn die gerodeten Waldflächen landwirtschaftlich genutzt werden. Waldrodungen sind für 18 Prozent des globalen Treibhausgas-Ausstoßes verantwortlich – mehr als alle PKW, LKW, Flugzeuge, Züge und Schiffe zusammen verursachen. Wälder zu erhalten ist daher ebenso wichtig für den Klimaschutz wie den Abgasausstoß aus Auspuffrohren und Schornsteinen zu drosseln.
Eine aktuelle Studie im Wissenschaftsmagazin Science berichtet, sowohl dem Kyoto-Protokoll als auch dem geplante US-Klimaschutzgesetz lägen Kohlendioxid-Messungen zu Grunde, die das tatsächliche Ausmaß der Emissionen verzerren. Weder werden die gerodeten Wälder für die Anbauflächen von Biokraftstoff berücksichtigt, noch die bei der Verbrennung von Biokraftstoff entstehenden Emissionen. So wird ein Anreiz geschaffen, Regenwald zu vernichten, um Biokraftstoffe anzubauen. Im Südosten von Asien und im Kongobecken sind Ölpalmen-Plantagen der Hauptgrund für die Abholzung der Wälder.
„Es ist dringend notwendig, sich in Kopenhagen auf verbindliche Wald- und Landnutzungs-rechte zu einigen“, sagt Jeff Hayward, Manager der Rainforest Alliance Klima-Initiative, einem der Teilnehmer an der UN-Klimakonferenz. „Viele Studien und Aussagen von Experten stimmen darin überein, dass die Reduktion von Emissionen aus Entwaldung und Schädigung von Wäldern Priorität haben muss. Die Rainforest Alliance hat in vielen lokalen Projekten gezeigt, wie es funktionieren kann.“ Schließlich entwickelte die Rainforest Alliance das erste Zertifizierungsprogramm für nachhaltige Forstwirtschaft mit – als SmartWood-Programm ist es nach wie vor in Anwendung – und ist Co-Autor des weltweit anerkannten Forest Stewardship Council-(FSC-)Standards.
Durch zahlreiche Programme der Rainforest Alliance, wie zum Beispiel das GuateCarbon-Projekt in El Petén, konnten viele Millionen Tonnen atmosphärischer Kohlenstoff eingespart werden. 57 Millionen Hektar Waldgebiet in 70 Ländern werden nachhaltig bewirtschaftet. Hinzu kommen Waldflächen, die zu den rund 50.000 „Rainforest Alliance Certified™“-Landwirtschaftsbetrieben gehören und damit geschützt bleiben, sowie zusätzliche von den Farmern aufgeforstete Flächen.
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Über die Rainforest Alliance:
Die Rainforest Alliance ist eine unabhängige nicht-regierungsgebundene Umweltschutzorganisation, die sich für den Erhalt der Artenvielfalt (Biodiversität) einsetzt und auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Lebensgemeinschaften fördert. Sie engagiert sich für eine ökologisch verträgliche Landnutzung, sozial verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln und ein werteorientiertes Verbraucherverhalten. Dafür ist sie weltweit in über
60 Ländern aktiv. Die Rainforest Alliance ist Mitglied im Sustainable Agriculture Network (SAN) – Netzwerk für nachhaltige Landwirtschaft. Das SAN ist die am längsten bestehende und größte Koalition von Nichtregierungs¬organisationen, deren Bestreben eine verbesserte Erzeugung von Rohstoffen in den tropischen Ländern ist. “Rainforest Alliance CertifiedTM”- Farmen müssen hohe Anforderungen hinsichtlich umwelt-, sozial und wirtschaftlich ausgerichteter Standards erfüllen. Um zertifiziert zu werden, müssen die Farmen unabhängigen Auditoren gegenüber nachweisen, dass sie erfolgreich zielführende Maßnahmen umsetzen. Dazu gehören etwa Wiederaufforstungsmaßnahmen, Gewässerschutz, Schutz natürlich vorkommender, wildlebender Tier- und Pflanzenarten, integrierte Schädlingsbekämpfung, verantwortungsvoller Umgang mit natürlichen Ressourcen ebenso wie Beachtung der Arbeitsrechte, der Gesundheitsvorsorge und Fortbildung der Farmarbeiter.
www.rainforest-alliance.org
Dagmar Seyfert
Pressestelle D/A/CH der Rainforest Alliance
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Datum: 19.11.2009 - 11:02 Uhr
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Freigabedatum: 19.11.2009
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