Humanitäre Krise in Libyen: Eine Million Kinder in Gefahr
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"Die gewaltsamen Auseinandersetzungen sind eine massive Bedrohung für die Kinder. Folgen wie unzureichende Versorgung mit Lebensmitteln sind bereits spürbar", so Gareth Owen, Direktor für Not- und Katastrophenhilfe von Save the Children. "Wenn sich die Lage in Libyen weiter zuspitzt, könnten hunderttausende Kinder von der Katastrophe betroffen sein. Sie wären gezwungen zu fliehen oder könnten Opfer von Gewalt werden."
Ein 13-jähriger Junge aus Tripolis beschreibt das Klima der Angst in seiner Heimatstadt: "Ich habe schreckliche Angst und fühle mich nirgendwo sicher. Ich habe gehört, dass die Väter von Freunden verhaftet wurden und verschwanden." Berichten aus Tripolis zufolge wurden Schulen geschlossen. Viele Menschen bleiben zu Hause, weil sie sich vor den Sicherheitskräften fürchten, die überall auf den Straßen patrouillieren.
In der von der Opposition kontrollierten Stadt Zawiya konnten Save the Children Mitarbeiter mit einer Frau sprechen, die berichtet, wie Regierungstruppen die Stadt belagern, um die Macht zurückzugewinnen. "Ich habe gehört, dass Söldnertruppen die Stadt umzingeln und verhindern, dass Nachschub ankommt. Ich mache mir Sorgen, dass wir wegen der Belagerung bald nicht mehr genug zu essen haben. Immer wenn ich einen Knall höre, fürchte ich, dass das Haus getroffen sein könnte."
Die Angst vieler Familien im Westen Libyens zeigt, wie instabil die Lage im Land ist. Mehr als 100.000 Menschen, vor allem Wanderarbeiter, sind bereits in die Nachbarländer Ägypten und Tunesien geflohen. Medienberichten zufolge wurden Familien, die versucht haben das Land zu verlassen, von Sicherheitskräften bedroht.
Katastrophenteams von Save the Children sind im Osten des Landes und in den Grenzregionen zu Ägypten und Tunesien im Einsatz.
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Datum: 02.03.2011 - 13:31 Uhr
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