Bauernfamilien sollen sich in gesellschaftliche Diskussionen einbringen
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Bauernfamilien sollen sich in gesellschaftliche Diskussionen einbringen
(DBV) Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, hat in seiner Grundsatzrede die Bauernfamilien aufgerufen, sich aktiv in die gesellschaftlichen Diskussionen über Agrar-, Umwelt- und Energiepolitik sowie um Natur- und Tierschutz einzubringen.
"Nicht schweigen, sondern aktiv werden, in die Offensive gehen", appellierte Sonnleitner an die über 500 Delegierten des Deutschen Bauerntages und die Bauernfamilien im Lande. Man lebe in einer Welt des schnellen Wandels. Gesellschaft, Wirtschaft und Landwirtschaft erlebten eine atemberaubende Beschleunigung durch technische Neuerungen. Die Globalisierung schreitet in hohem Tempo voran. Was gestern wahr und richtig gewesen sei, gelte heute schon nicht mehr.
Die Gesellschaft hinterfrage viele bisher als richtig angesehene Entscheidungen. Auch Toleranz entwickle sich in der Gesellschaft immer stärker zu Gleichgültigkeit und es herrsche ein Trend zur Individualisierung und Entsolidarisierung, stellte Sonnleitner fest. Neue Bewegungen würden als Gegensatz zur repräsentativen Demokratie hochstilisiert. Der Bauernverband habe deshalb mit seiner Zukunftsinitiative zur Verbandsentwicklung vor mehr als zwei Jahren den richtigen Weg eingeschlagen, um Identifikation und Motivation für eine starke berufsständische Interessenvertretung zu erreichen. Der Bauerntag in Koblenz bestätige diese eindrucksvoll.
"Die Fundamentaldaten der weltweiten Agrarmärkte sind gut", stellte Sonnleitner in seiner Grundsatzrede fest. Auch zahle sich aus, dass sich die deutschen Bauern für den Markt in den vergangenen Jahren fit gemacht hätten, dass der Markt aber auch mit Leitplanken versehen wurde. Gegenüber der Konkurrenz habe man zugelegt. Die Erzeugerpreise hätten sich verbessert und besonders bei den Milchbauern und im Ackerbau seien dringend notwendige Verbesserungen der Einkommen erreicht worden. Die aktuelle Explosion der Kosten sei dagegen bei den Schweine haltenden Betrieben eine enorme Belastung.
Die deutsche Landwirtschaft versorge die lokalen und regionalen Märkte mit qualitativ herausragenden Produkten. Sie exportiere in den EU-Binnenmarkt und erschließe Märkte im Drittlandsexport, weil "Made in Germany" einen sehr guten Ruf weltweit genieße. Auch über Dienstleistungen würden die Bauern heute Wertschöpfung erreichen. Bei Bioenergie seien die deutschen Bauern Vorreiter in Europa. "Als vor Jahren die Flächenstilllegung in der EU verordnet wurde, haben wir stattdessen die Kraftstoffproduktion angekurbelt", beschrieb Sonnleitner die Vorausschau der deutschen Landwirte.
In der heutigen Zeit steigender Argrarpreise und wachsender globaler Nachfrage setzten die Landwirte auf Effizienz und steigende Erträge. Dabei sei es für die deutschen Bauernfamilien klar, dass ihre allererste Aufgabe die Nahrungsmittelproduktion sei. Doch die Bioenergie als Ergänzung im Markt werde benötigt. Dies stärke die Landwirtschaft im Markt auch gegenüber den Discountern im Lebensmitteleinzelhandel. Er hoffe, dass die Handelsketten in ihren Geschäftsstrategien jetzt noch "zur Vernunft" kommen würden. "Geiz zählte zu den Todsünden, nicht zu den Zukunftsprojekten", stellte Sonnleitner fest. Der Wettbewerb im europäischen Binnenmarkt nehme zu. Dies gelte für die Erzeugung, die Vermarktung aber auch für das Marketing. Umso mehr werde es für die Landwirtschaft eine strategische Herausforderung ersten Ranges werden, einen tragfähigen Schulterschluss in der gesamten Lebensmittelkette zu erreichen, wozu eine Verbesserung des Gemeinschaft- und Exportmarketings gehöre.
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Datum: 22.07.2011 - 08:11 Uhr
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