Ökologische Katastrophe in Iran abwenden - Inhaftierte freilassen
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Ökologische Katastrophe in Iran abwenden - Inhaftierte freilassen
"Die aktuellen Proteste in den aserbaidschanischen Provinzen im Nordwesten Irans brauchen dringend internationale Aufmerksamkeit und Unterstützung. Denn die Menschen dort wehren sich gegen eine ökologische Katastrophe im Urmiya-See und der umliegenden Region und fordern die iranische Regierung zum Handeln auf. Eine derartige ökologische Katastrophe ist nicht mehr nur eine inneriranische Angelegenheit.
Der Urmiya-See ist der größte Binnensee Irans, der ein einzigartiges Ökosystem in einer bevölkerungsreichen Region aufrecht hält. Sollte die Austrocknung des Sees in dem bisherigen Tempo weitergehen, drohen Millionen Menschen in der Region Flucht und Vertreibungen, Krankheiten, ein wirtschaftliches Desaster sowie die Verwüstung und Versalzung von riesigen historischen Kulturlandschaften. Eine naive fortschrittsgläubige Politik der iranischen Regierungen in den letzten 30 Jahren hat diese Katastrophe zum wesentlichen Teil zu verantworten.
Durch den Bau von zahlreichen Staudämmen bekommt der See keinen Tropfen Wasser mehr. Es war immer eine Frage der Zeit, wann die Katastrophe sichtbar und nicht mehr zu leugnen sein wird.
Die Untätigkeit der Regierung in Teheran verschlimmert das Ausmaß der Katastrophe und ignoriert die Forderungen von Millionen Menschen in der Region. Hinzu kommt, dass Teheran sich darauf beschränkt, die Proteste von Bürgerinnen und Bürgern und die Forderungen von Umweltaktivisten zu kriminalisieren und mit absurden Separatismusvorwürfen zu unterdrücken.
Wir fordern die iranische Regierung auf, Experten internationaler Umweltorganisationen ins Land zu lassen und alle Informationen und Kenntnisse über den Stand der Dinge im Einzugsgebiet des Sees und über das Wasserregime der Region auf den Tisch zu legen. Die Zeit für mögliche Schritte zur Verlangsamung der vollständigen Austrocknung des Sees und zur Reduzierung des Ausmaßes der Katastrophe ist knapp bemessen.
Wir fordern die Freilassung aller Verhafteten bei den Protestaktionen in Urmiya, Täbriz, Miyaneh und anderen Orten. Die Menschen in der Region haben ein Recht auf eine intakte und gesunde Umwelt, auf Heimat und menschenwürdige Lebensbedingungen.
Es ist an der Zeit, dass die Bundesregierung gemeinsam mit den EU-Partnern alle Gesprächskanäle mit Iran nutzt, um Expertise und technische Unterstützung anzubieten und entschiedene Schritte zur Abwendung der herannahenden ökologischen und humanitären Katastrophe einzufordern."
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Datum: 29.08.2011 - 13:45 Uhr
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