Wer Gerechtigkeit will, lebt gefährlich – Karl-Heinz Seidl liest aus "Eine Kriminalgeschicht

Wer Gerechtigkeit will, lebt gefährlich – Karl-Heinz Seidl liest aus "Eine Kriminalgeschichte der Münchner Strafjustiz"

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Jede Woche präsentiert das Deutsche Literaturfernsehen (www.deutsches-literaturfernsehen.de) als Literaturforum aktuelle Autorenlesungen. Dabei versteht sich das Deutsche Literaturfernsehen auf die Entdeckung und Darbietung der substantielleren Literaturen, die aus deutscher Sprache erwachsen. Seit heute finden Sie "Eine Kriminalgeschichte der Münchner Strafjustiz" von Karl-Heinz Seidl im Deutschen Literaturfernsehen.




(firmenpresse) - Die meisten Kriminalgeschichten sind bekanntlich reine Fiktion und entstammen dem Einfallsreichtum phantasiebegabter Wortakrobaten, um ihren Lesern ein wenig Urlaub von ihrem grauen Alltag zu ermöglichen. Doch wer nun glaubt, dass der Autor Karl-Heinz Seidl hier dasselbe Schema verfolgt, könnte sich nicht mehr irren. Einerseits könnte Seidl den Titel seines Buchs nicht treffender gewählt haben. Andererseits besteht "Eine Kriminalgeschichte der Münchner Strafjustiz" jedoch durchgängig aus Tatsachen, die dem Autor in dieser Form widerfahren sind. Es bleibt dem Leser schließlich nichts anderes übrig, als betroffen zur Kenntnis zu nehmen, welches Unrecht dem engagierten Autor angetan wurde. Und es scheint, als habe sich all dies nur ereignet, da seine Konkurrenten Seidls Standhaftigkeit und Integrität sowie seinen Willen zur Verteidigung der Gerechtigkeit um jeden Preis als unbequem erachteten.

Seidl wurde bisher drei Male unschuldig verhaftet – kein Wunder, dass der Autor in der Einleitung seines Buchs Parallelen zu Kafkas berühmter Erzählung "Der Prozeß" zieht. Insgesamt zeichnet sein Tatsachenbericht ein mehr als erschreckendes Bild der Juristenszene in München, in der offenbar kein Schritt getan werden kann, ohne auf Korruption, Cliquenwirtschaft und Verbindungen zu der skrupellosen Drogenszene zu stoßen – und das angeblich im Namen der Gerechtigkeit. Seidl musste schließlich entdecken, dass auch die Münchner Polizei in die Verschwörung gegen ihn involviert ist, was seinen Glauben in die Aufrichtigkeit des ihn umgebenden Milieus weiterhin schmälerte.

Karl-Heinz Seidl
Eine Kriminalgeschichte der Münchner Strafjustiz
August von Goethe Literaturverlag
373 S., € 27,80
ISBN: 978-3-8372-0921-1

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Datum: 02.12.2011 - 17:11 Uhr
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