Tetra Pak verliert vor Gericht gegen DUH - und setzt weiter auf Greenwashing
ID: 555271
Karton-Konzern darf nicht mehr behaupten, dass seine
Getränkekartons "vollständig recycelt" werden - Dennoch wirbt Tetra
Pak weiter mit dem Slogan "100% recycelbar" - Tatsächlich wird nur
etwa ein Drittel des Materials stofflich verwertet -
DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch fordert sofortigen Stopp der
Verbrauchertäuschung
Die Tetra Pak GmbH & Co KG setzt trotz einer Niederlage vor dem
Landgericht Wiesbaden gegen die Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH)
weiter auf Greenwashing und irreführende Werbung. Nach Recherchen der
Umweltschutzorganisation sind die Getränkekartons des Herstellers
alles andere als umweltfreundlich. Ende Dezember 2011 hatte das
Gericht entschieden, dass der Verpackungskonzern seine
Getränkekartons nicht mehr mit der Behauptung eines "vollständigen
Recyclings" bewerben darf (Az. 12 O 58/11). Seither setzt Tetra Pak
seine Werbekampagne mit der Aussage fort, seine Verpackungen seien
"100% recycelbar".
"Tetra Pak setzt trotz des von der DUH erwirkten Gerichtsurteils
weiter auf die Täuschung der Verbraucher. Der Leser soll die Aussage
´100% recycelbar´ so verstehen, dass Getränkekartons nach Gebrauch
komplett recycelt werden. In Wahrheit trifft dies nur auf einen
geringen Teil zu", erklärt DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.
Tetra Pak setze damit seine dreiste Verbrauchertäuschung fort und
suggeriere in seiner Werbekampagne, dass die aus Papierfasern,
Aluminium und Kunststoff bestehenden Verpackungen komplett recycelt
werden. Der überwiegende Anteil werde jedoch verbrannt.
In der Werbekampagne hatte Tetra Pak unter dem Titel "Du hast es
in der Hand" zunächst behauptet, seine Verpackungen würden
vollständig recycelt. Untersuchungen der DUH ergaben jedoch, dass nur
etwa ein Drittel der Materialien aus den in Deutschland verkauften
Getränkekartons stofflich recycelt wird. Die Umwelt- und
Verbraucherschutzorganisation klagte deshalb im Oktober 2011 wegen
irreführender Werbung gegen Tetra Pak und hatte Erfolg. Resch
forderte den Konzern auf, "die dreiste und irreführende Kampagne
sofort zu beenden."
In Deutschland wird nur ein Teil der über 200.000 Tonnen in
Verkehr gebrachten Getränkekartons getrennt gesammelt und in
Sortieranlagen zum Recycling aussortiert. Davon wird in der Regel nur
der Papieranteil recycelt, der im Durchschnitt weniger als drei
Viertel des Getränkekartongewichtes ausmacht. Die übrigen
Materialien, wie die Aluminiumfolie und Kunststoffanteile, werden
überwiegend verbrannt.
"100 Prozent recycelbar ist fast alles was wir produzieren -
worauf es ankommt ist, dass wir es auch tun. Bei den Getränkekartons
wird gerade einmal ein Drittel der in den Verkehr gebrachten
Verpackungsmaterialien recycelt. Wenn wir auf dem Weg in eine
Kreislaufwirtschaft vorankommen wollen, ist das ein Armutszeugnis",
sagt die Leiterin Kreislaufwirtschaft bei der DUH, Maria Elander.
Hintergrund:
Das DUH-Hintergrundpapier und eine Grafik zum Recycling der
Getränkekartons finden Sie im Internet unter:
http://www.duh.de/pressemitteilung.html?&tx_ttnews[tt_news]=2764
Pressekontakt:
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer, Deutsche Umwelthilfe e.V.,
Hackescher Markt 4, 10178 Berlin, Mobil.: 0171 3649170, E-Mail:
resch@duh.de
Maria Elander, Leiterin Kreislaufwirtschaft, Deutsche Umwelthilfe
e.V., Hackescher Markt 4, 10178 Berlin, Tel.: 030 2400867-41, Mobil:
0160 5337376, E-Mail: elander@duh.de
Daniel Eckold, Pressesprecher, Deutsche Umwelthilfe e.V., Hackescher
Markt 4, 10178 Berlin, Tel.: 030 2400867-22, Mobil: 0151 55017009,
E-Mail: eckold@duh.de
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Datum: 17.01.2012 - 11:30 Uhr
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