Neue OZ: Kommentar zu Unwort des Jahres

Neue OZ: Kommentar zu Unwort des Jahres

ID: 555819
(ots) - Kollektives Versagen

Die Wahl des Unworts 2011 lässt sich treffend mit dem Unwort des
Jahres 2010 charakterisieren: "Döner-Morde" war "alternativlos".
Einen schlimmeren verbalen Fehlgriff hat es in den letzten Jahren
nicht gegeben, wobei das den meisten erst kürzlich dämmerte.

Gerade diese späte Einsicht zeigt das kollektive Versagen von
Ermittlungsbehörden und Medien, dokumentiert einen fatalen
Ermittlungsansatz und eine haarsträubende Überzeugung: Wir "guten
Deutschen" konnten uns gar nichts anderes vorstellen, als dass
ausländische Kleinunternehmer Opfer mafiöser Banden aus ihrem
Kulturkreis geworden sind.

Als Journalist könnte man der Jury also zu ihrer Entscheidung
gratulieren und zur Tagesordnung übergehen, was man dann wohl gleich
als "Untat des Jahres" nominieren müsste. Denn gerade Journalisten
waren es, die durch unreflektierte Verwendung des Unworts dessen
Karriere erst befeuert haben. Ganz gleich, ob der Begriff erstmals in
Polizeikreisen oder von der Boulevardpresse verwendet wurde, er hat
es mühelos bis in die seriösesten Medien geschafft und den Blick auf
die Wahrheit, eine mordende Bande deutscher Neonazis, verstellt. Da
mag sich niemand damit herausreden, er habe den "Döner-Morden" ja
immer das Wörtchen "sogenannt" vorangestellt. Wer weiß, ob das Unwort
des Jahres 2012 ja nicht "sogenannt" lautet, eine schlechte Wahl wäre
es sicher nicht.



Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207



Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Neue OZ: Kommentar zu Kultur / Katastrophen Deutscher Krimipreis 2012 und Ohrkanus Nominierung für  „Wer das Schweigen bricht“ von Mechtild Borrmann
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 17.01.2012 - 22:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 555819
Anzahl Zeichen: 1712

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Osnabrück



Kategorie:

Kunst und Kultur



Diese Pressemitteilung wurde bisher 355 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Neue OZ: Kommentar zu Unwort des Jahres"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Neue Osnabrücker Zeitung (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Paritätischer Wohlfahrtsverband warnt vor Bumerang-Effekt bei Pflege-Kürzungen / Hauptgeschäftsführer Rock befürchtet Umzüge in unerschwingliche Pflegeheime und mehr Sozialhilfeempfänger ...
Angesichts der aktuellen Spardebatte der Bundesregierung hat der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Joachim Rock, vor fatalen finanziellen und sozialen Rückschlägen durch Einschnitte im Pflegebereich gewarnt. "Was man ambulant kurzfristig spart, kommt mit höheren

Paritätischer Wohlfahrtsverband missbilligt geplante Wohngeld-Kürzung / Hauptgeschäftsführer Joachim Rock warnt vor steigender Armut und Existenznot bei mehr als einer Million Haushalten ...
Angesichts der laufenden Haushaltsverhandlungen warnt der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Joachim Rock, eindringlich vor den geplanten Einschnitten bei der sozialen Sicherung. "Die Kürzungspläne der Bundesregierung machen uns wirklich große Sorgen. Vor allem, d

Paritätischer Wohlfahrtsverband missbilligt geplante Wohngeld-Kürzung / Hauptgeschäftsführer Joachim Rock warnt vor steigender Armut und Existenznot bei mehr als einer Million Haushalten ...
Angesichts der laufenden Haushaltsverhandlungen warnt der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Joachim Rock, eindringlich vor den geplanten Einschnitten bei der sozialen Sicherung. "Die Kürzungspläne der Bundesregierung machen uns wirklich große Sorgen. Vor allem, d


Weitere Mitteilungen von Neue Osnabrücker Zeitung


Neue OZ: Kommentar zu Kultur / Katastrophen ...
Fantasie als Ausweg Kann man sich einen schönen Abend mit einem Katastrophenfilm machen? Angesichts des realen Schiffsunglücks in Italien würde derzeit wohl kaum einer "Titanic" für die gemütliche DVD-Runde vorschlagen. Und doch spielen Kunst und Kultur eine ganz enorme Rolle b

BERLINER MORGENPOST: Katastrophe einer Boombranche - Leitartikel ...
Das Drama vor der Insel Giglio hat die Albträume jedes Kreuzfahrttouristen wahr werden lassen. Wer jemals vor der gigantischen Wand einer dieser schwimmenden Ferienfarmen stand, hat über das Zusammenspiel von Wind und Physik nachgedacht: Können die Dinger wirklich nicht umkippen? Wer von Deck

Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Unwort des Jahres: ...
Die Jury rief, und tatsächlich: ein paar kamen. Sechs Sprachkritiker haben aus 2224 Vorschlägen die 269 Mal genannten »Döner-Morde« zum Unwort des Jahres gewählt. 2224 Einsender. So viele wie nie zuvor. Wenn man jetzt ernstlich böse werden wollte, müsste man die Rechnung aufmachen, dass si

Ostsee-Zeitung: Kommentar zum Unwort des Jahres ...
Worte sind Waffen. Vielleicht sogar die gefährlichsten. Das beweist die Jury, die das Unwort des Jahres 2011 gewählt hat, eindrucksvoll. Der Begriff "Döner-Morde" sei eine "sachlich unangemessene, folkloristisch-stereotype Etikettierung" für eine Mordserie und diskriminier


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z