Neue OZ: Kommentar zu Außenpolitik
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Zu den Zäsuren der deutschen Außenpolitik gehörten die
Westintegration unter Kanzler Konrad Adenauer und die Öffnung nach
Osten auf Betreiben Willy Brandts. Heute sortieren sich die Gewichte
in der Welt wieder völlig neu. US-Präsident Barack Obama beschwört
eine pazifische Kooperation, die russische Führung ein eurasisches
Zusammenwachsen. Europa und Deutschland müssen gegen Machtverlust
hart kämpfen - beide haben sich daran zu gewöhnen, den Taktstock
nicht allein zu halten.
Alte Freundschaften pflegen, aber auch neue Kontakte knüpfen - das
ist die künftige strategische Ausrichtung, die Außenminister Guido
Westerwelle gestern umriss. Erst in der letzten Woche bei Merkels
China-Reise wurde deutlich, wie dringend nötig ein unverstellter
Umgang mit den neuen Gestaltungsmächten ist. Die Regierung in Peking,
noch 2010 Empfänger deutscher Entwicklungshilfe, ist jetzt
potenzieller Euro-Retter und einer der wichtigsten Wirtschaftspartner
dazu. Das macht China selbstbewusst: Dringliche
Menschenrechts-Mahnungen der Kanzlerin werden mit dem Rat gekontert,
Europa solle erst einmal seine Haushalte sanieren.
Einsatz ist also gefragt, um mit den neuen Kraftzentren
mitzuhalten. Dazu ist der von Westerwelle entwickelte neue Kurs ein
guter Ansatz. Fakt bleibt aber: Den politischen Auftritt im Ausland
prägt weiterhin die Kanzlerin.
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Datum: 08.02.2012 - 22:00 Uhr
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