Neue OZ: Kommentar zu Oscar-Verleihung
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Die Oscar-Gala ist die pompöseste, professionellste und
publikumsstärkste Werbeveranstaltung Hollywoods. Relevant ist sie nur
alle Jubeljahre mal - zum Beispiel jetzt: dank des Auslands-Oscars
für den Iraner Asghar Farhadi.
Dass sein Familiendrama "Nader und Simin: Eine Trennung" vom
Goldenen Bären über den Globe bis zum Oscar alle großen Preise
verdient, hat einen Grund: Der Film bietet einen Gegenentwurf zum
eindimensionalen Bild, das die Nachrichten vom Iran zeichnen. Er
schildert eine Umbruchgesellschaft, in der ein aufgeklärter
Liberalismus mit einer mittelalterlich anmutenden Religiosität ringt.
Und er ermöglicht dabei, weil er undogmatisch zu Werke geht, die
Einfühlung selbst in religiös-fundamentalistisch argumentierende
Figuren.
Die Politik diskutiert derzeit den Krieg gegen das Regime. Farhadi
aber zeigt, wie nah uns die Menschen sind, die dabei sterben würden.
Eine Minute hatte er für seine Preisrede; er nutzte sie für einen
Friedensgruß der iranischen Bevölkerung - an die Israelis, die auch
einen Film im Rennen hatten, an Amerika, an die ganze Welt. Nicht nur
der - nun preisgekrönte - Film, auch diese Rede war ein Meisterwerk.
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Datum: 27.02.2012 - 22:00 Uhr
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