Schwäbische Zeitung: Genau so sieht Hilflosigkeit aus - Leitartikel

Schwäbische Zeitung: Genau so sieht Hilflosigkeit aus - Leitartikel

ID: 593884
(ots) - Unter den 16 Toten befinden sich neun Kinder und
drei Frauen. Westliche Korrespondenten sprechen in ersten Reaktionen
sprachlich geschult von einem "Ereignis", einem "Zwischenfall". Nur
keine Vorverurteilung. Hintergründe weiß man noch nicht. Die Motive
des US-Soldaten, der die Menschen offensichtlich im Schlaf erschossen
hat, sind unklar. Jetzt also sprachlich aufpassen, so die Devise der
Reporter. Die Abgebrühtheit mancher Kriegsberichterstatter ist wie
der Krieg selber erschreckend. Wiederholen wir ein Detail der
Kernaussage: Neun Kinder sind im Schlaf erschossen worden, drei von
ihnen laut britischem Rundfunksender BBC mit einem einzigen
Kopfschuss. Und wir reden von einem Zwischenfall.

Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel, zufällig in Kabul, fordert
im Zusammenhang mit der fürchterlichen Tat die Militärführungen auf,
die soziale Schulung und Kompetenz ihrer Soldaten zu verbessern. Ein
Ratschlag, der von wenig Sensibilität zeugt und den nächsten Amoklauf
- wenn es denn einer war - kaum verhindern wird. Manchmal ist
Schweigen Gold. Ganz am Rande der Schlagzeilen wird unterdessen
bekannt, dass am vergangenen Wochenende vier weitere Zivilisten von
Soldaten der internationalen Schutztruppe erschossen worden sind.
Diesmal aus Versehen. Die Ohnmacht der den Menschenrechten
verpflichteten Regierungen hat kürzlich Verteidigungsminister Thomas
de Maiziere deutlich gemacht: Es reiche eben nicht, wenn man Soldaten
mit gutem Willen und guter Absicht in den Einsatz schicke. Damit
machte der Minister deutlich, dass es eben auch einer Strategie
bedarf, wenn Krieg geführt wird. Diese Selbstverständlichkeit macht
klar, dass manchem zum Himmel schreienden Verbrechen zugesehen werden
muss. So wird Hilf- und Machtlosigkeit definiert.

Vergleiche hinken häufig, aber dennoch kann vielleicht über die


Lage in Afghanistan erklärt werden, warum der Westen bei den
Massakern in Syrien nur zuschauen kann und auf eine Fügung hoffen
muss.



Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 07561-80 100
redaktion@schwaebische-zeitung.de

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar
Spitzenkandidatur bei den Grünen
Claudia Roth hat recht
ALEXANDRA JACOBSON, BERLIN Schwäbische Zeitung: Bayern wird immer bunter - Kommentar
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 12.03.2012 - 21:20 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 593884
Anzahl Zeichen: 2338

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Leutkirch



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 289 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Schwäbische Zeitung: Genau so sieht Hilflosigkeit aus - Leitartikel"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Schwäbische Zeitung (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).


Weitere Mitteilungen von Schwäbische Zeitung


Schwäbische Zeitung: Bayern wird immer bunter - Kommentar ...
Hier CSU-Vormacht, dort ein paar SPD-Hochburgen: Das war einmal in Bayern. Heute ist im Freistaat bei Wahlen scheinbar fast alles möglich, Baden-Württemberg lässt grüßen. Und wer sich die heikle Lage schön redet wie der CSU-Generalsekretär, der muss auf weitere Überraschungen ebenso gefass

Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Spitzenkandidatur bei den Grünen Claudia Roth hat recht ALEXANDRA JACOBSON, BERLIN ...
Schritt für Schritt haben sich die Grünen auf eine alleinige Spitzenkandidatur von Jürgen Trittin zubewegt, auch wenn sich Trittin selbst offen zu seinen Ambitionen nicht geäußert hat. Sogar einige prominente Frauen aus dem Realo-Lager machen sich für seine Alleinkandidatur stark. Das ist

Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Hauseigentümer sollen Gebührenfahnder unterstützen GEZ - schon geschnüffelt? UWE POLLMEIER ...
Sie stehen in der Beliebtheitsskala auf einer Stufe mit ansteckenden Krankheiten, piependen Weckern am Montagmorgen und Dauerregen im Nordsee-Urlaub - die Gebühreneintreiber der GEZ. Seit Jahren liefern sie sich mit missionierenden Glaubensvertretern ein enges Rennen um den Titel des unbeliebtes

Neue Westfälische (Bielefeld): KOMMENTAR Merkels Besuch am Hindukusch Irritationen BERNHARD HÄNEL ...
Schon 2010 hatte Margot Käßmann, damals Bischöfin und EKD-Ratsvorsitzende, recht, als sie sagte: "Nichts ist gut in Afghanistan." Zwei Jahre später ist alles nur noch schlimmer. Nach dem Video, das US-Marines beim Urinieren auf die Leichen von Taliban-Kämpfern zeigte, nach der Mü


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z