Neue OZ: Kommentar zu Literatur / Buchmesse
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Zurückhaltung auf der einen, Zuversicht auf der anderen Seite:
Während die klassische Buchbranche Umsatzverluste verzeichnet, freuen
sich die E-Book-Verkäufer über steigende Umsätze. Ein unbeschwerter
Bücherfrühling sieht anders aus. Es braut sich strukturell etwas
zusammen auf dem deutschen Buchmarkt. Das zeichnete sich bereits zur
Herbstmesse Frankfurt ab, als sich der Internet-Gemischtwarenhändler
Amazon als Buchverleger vorstellte. Längst gibt es Gerüchte, der
US-Branchenriese plane, für Amazon-Publishing in Deutschland ein
eigenes Lektorat einzurichten. Überraschen würde das nicht. Im
Gegenteil: Es wäre eine naheliegende Entscheidung, allein um das
Problem der Plagiate ernsthaft anzugehen. Die Frage ist, wie viel
Amazon in ein Lektorat investieren würde. Genug, um renommierte
Lektoren und im nächsten Schritt namhafte Autoren abzuwerben? In
diesem Fall hätten die traditionellen Buchverlage Grund, nervös zu
werden, auch wenn der Buchhandel Amazon-Werke weiterhin nicht
anbieten würde. Es geht dann um ihre Kernkompetenz und ihre
Mischkalkulation: Wandern die Bestsellerautoren ab, bleibt auch kein
finanzieller Spielraum für literarische Experimente.
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Datum: 18.03.2012 - 22:00 Uhr
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