NRZ: Solidarität zeigen - Kommentar zu den Warnstreiks von Lothar Petzold
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boomende Wirtschaft mit Unternehmen, die sich im Glanz von
Rekordbilanzen sonnen, auf der anderen Seite klamme Gemeinden, die
nicht wissen, wie sie über die Runden kommen sollen. Auf der einen
Seite Finanzjongleure, die wieder schwindelnde Einkünfte und Boni
einsacken. Auf der anderen Seite Arbeitnehmer, die mit dem Einkommen
kaum die Familie über die Runden bringen können. Während in den
vergangenen Jahren die Reichen immer reicher wurden, mussten die
Arbeitnehmer Realeinkommensverluste hinnehmen. Inflation, Gebühren
und Abgaben fraßen die dürftigen Lohnerhöhungen wieder auf. Die
Schere zwischen Arm und Reich ist so groß wie seit langem nicht. Nur
den Arbeitnehmern wird gebetsmühlenartig eingetrichtert, sich bei
Lohnforderungen zurückzuhalten. Welch ein Hohn. Vor diesem
Hintergrund sind der Streik im öffentlichen Dienst und die
Verdi-Lohn-Forderung gerechtfertigt. Zudem müssen die Kommunen in die
Lage versetzt werden, für notwendige Dienstleistungen auch bezahlen
zu können. Der Arbeitskampf ist eine zulässige Form, notwendigen
Druck zu erzeugen. Auch wenn es derzeit zu Unannehmlichkeiten im
täglichen Leben kommen kann. Der Streik ist so ziemlich die einzige
Waffe, die Arbeitnehmer haben. Und da gilt es Solidarität zu zeigen.
Schließlich sitzen wir alle in einem Boot.
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Datum: 19.03.2012 - 19:41 Uhr
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