Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar
Gülle-Überschuss in der Landwirtschaft
Das System stinkt
HUBERTUS GÄRTNER
ID: 603863
auch der Gestank. Die Hinterlassenschaften von Kühen und Schweinen
verbreiten nun einmal nicht den Duft von Armani. Sie geben allerdings
einen prächtigen Dünger ab, damit neue Pflanzen gedeihen können.
Gülle und Mist an sich sind keineswegs zu verdammen. In einem
vernünftigen Maß verwendet, dienen sie dazu, einen natürlichen
Kreislauf in Gang zu halten. Doch das vernünftige Maß gibt es leider
nicht mehr. Die industriell geprägte Landwirtschaft und Viehhaltung
hat es längst aus dem Auge verloren. In Holland, aber auch in NRW und
in Niedersachsen sind in Ställen Zigmillionen Tiere
zusammengepfercht. Die Betriebsinhaber besitzen nicht genug Flächen,
um die Exkremente dort zu verteilen. Also wird die Gülle über die
Grenzen bis nach Spanien oder von Holland in die Bundesrepublik
gekarrt. Wer die stinkende Brühe abnimmt, erhält bis zu acht Euro pro
Kubikmeter. Kein Wunder, dass dieses Ungleichgewicht illegale
Praktiken fördert. Zugleich wird das Grundwasser, eine wichtige
Ressource für uns alle, über die Maßen belastet. Es stinkt nicht nur
bei einzelnen Bauern, die im Überlebenskampf ihre Profite maximieren.
Im Agrarsystem mitsamt all den Nimmersatt-Verbrauchern, die nach
billigem Fleisch verlangen, ist schon lange der Wurm drin.
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Neue Westfälische
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Telefon: 0521 555 271
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Datum: 26.03.2012 - 19:14 Uhr
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