Lausitzer Rundschau: Eine Chance für die Arbeit
Zum Lausitzer Arbeitsmarkt im Frühjahr 2012
ID: 607223
geeigneten Mitarbeiter. . . Das, was oft in schrecklichen Farben als
Zukunftsaussicht auch für die Lausitz heraufbeschworen wird, kann
auch eine Chance sein. Nämlich eine Chance für den Wert der Arbeit
selbst. Wie das? Der Drohsatz, "Da draußen stehen fünf Leute, die
Deinen Job auch machen wollen und idealerweise noch für weniger
Lohn", der zieht nicht mehr. Reißt man nämlich die Tür auf und schaut
hinaus, schlägt einem nur gähnende Leere entgegen. Es ist das Prinzip
von Angebot und Nachfrage, welches endlich auch auf dem Arbeitsmarkt
für den Normalbürger durchschlägt. Der gut ausgebildete und
motivierte Arbeitnehmer ist in der Lausitz ein rares Gut geworden. Er
will nicht nur gut bezahlt werden, sondern auch für sein Tun
gewertschätzt. Ja, warum denn auch nicht? Jeder Lausitzer
verbringt vier oder gar fünf Jahrzehnte seines Lebens im Büro, auf
der Baustelle oder dem Lokführersessel. Wäre doch schade, wenn diese
Jahre ein einziges Jammertal wären. Glaubt man einer Studie, die
kürzlich im Handelsblatt veröffentlicht wurde, ist jeder zweite
Deutsche unzufrieden mit seinem Job. Tendenz steigend. In
Skandinavien und Osteuropa gehen die Menschen demnach weitaus
glücklicher auf Arbeit. Und wieso? Weil laut Studie das Arbeitsklima
stimmt, mehr Mitspracherecht vorhanden ist und die Arbeitnehmer sich
ernst genommen fühlen. Franzosen und Italienern soll es übrigens noch
schlechter gehen als uns Deutschen. Warum darf denn das Leben nicht
doch für alle ein bisschen Ponyhof sein? Es ist jedem klar, dass wir
nicht immer und nach jedem Arbeitstag lachend in den Sonnenuntergang
reiten werden. Das ist auch vollkommen in Ordnung. Die oben
beschriebene Studie zeigt, dass es den Unzufriedenen nicht mal um
mehr Lohn geht. Es ist wohl vor allem der menschliche Faktor, der
vielen zu kurz kommt. Da ist nicht vom oberflächlichen
Schulterklopfer die Rede. Die sich zuspitzende Situation am
Arbeitsmarkt zwingt alle, Chefs, Abteilungsleiter, aber auch
Kollegen, sich den Mitarbeiter und Nebenmann künftig genauer
anzusehen und sich zu fragen, 'Ist der wirklich so eine Pfeife, wie
ich dachte, oder hat der möglicherweise auch seine Stärken'.
Möglicherweise entdeckt man durch eine neue Blickweise völlig neue
Seiten und Einsatzmöglichkeiten des anderen und steigert so gleich
zwei Dinge auf einmal: Betriebsergebnis und Wohlergehen.
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Datum: 29.03.2012 - 21:38 Uhr
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