Westfalenpost: Kommentar zu Ehrenamt/ Arbeitszeit / Richtlinie / Das wäre das Ende der Freiwilligen

Westfalenpost: Kommentar zu Ehrenamt/ Arbeitszeit / Richtlinie / Das wäre das Ende der Freiwilligen Feuerwehr / Von Monika Willer

ID: 620589
(ots) - Ein Alptraum: Es brennt, und die Feuerwehr kommt
nicht. Weil der ehrenamtliche Feuerwehrmann, wenn er die Sirene hört,
rechnen muss, ob er überhaupt ausrücken darf. Falls er 40 Stunden pro
Woche arbeitet und alle zwei Wochen drei Stunden bei der Feuerwehr
übt, dann wird es knapp. Jedenfalls, wenn es nach den Plänen von
EU-Sozialkommissar Laszlo Andor geht. Der möchte, dass die
EU-Arbeitszeitrichtlinie auch für das Ehrenamt gilt. In Deutschland
gibt es 23 Millionen Bürger, die ehrenamtlich aktiv sind. Für sie
könnte nun künftig gelten: höchstens 48 Stunden Wochenarbeitszeit und
elf Stunden Ruhe innerhalb von 24 Stunden. Die Feuerwehr würde das
Gesetz am härtesten treffen. Setzt sich der Sozialkommissar durch,
kann man getrost vom Ende der Freiwilligen sprechen. Dann müssten
flächendeckend hauptamtliche Feuerwehrleute zum Einsatz kommen. Das
ist auf dem Land weder zu realisieren noch zu finanzieren. Gerade die
Freiwilligen Feuerwehren auf dem Land stehen ohnehin vor großen
Problemen. Erstens arbeitet man nicht mehr dort, wo man wohnt. Wenn
es tagsüber brennt, dauert es lange, bis genug Männer und Frauen an
den Schläuchen sind. Zweitens sind längst nicht mehr alle Arbeitgeber
bereit, den freiwilligen Feuerwehrmann im Notfall freizustellen. Die
Freiwilligen haben also vielerorts Nachwuchssorgen. Die Freiwilligen
Feuerwehren sind gleichzeitig das erfolgreichste Beispiel dafür, dass
Deutschland eine funktionierende Bürgergesellschaft ist. Historisch
gesehen war der Brandschutz, noch vor der Verteidigung, die
wichtigste Aufgabe einer Ansiedlung. Die Feuerwehren sind neben den
Schützen unsere ältesten Vereine. Brüssel will nun notfalls gegen
Berlin darauf bestehen, dass das Ehrenamt in die
Arbeitszeitrichtlinie von 48 Wochenstunden eingerechnet wird. Weil
man den Verdacht hegt, dass bestimmte Organisationen die Arbeit der


Ehrenamtlichen ausnutzen, um ihre Bilanzen aufzupolieren. Da mag
etwas dran sein. Doch muss man wirklich alle über einen Kamm scheren?
Wenn ja, steht zu befürchten, dass es künftig beim Heulen der Sirene
heißt: Lass es brennen.



Pressekontakt:
Westfalenpost Hagen
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  WAZ: Geld oder Liebe, verehrter Raúl? Kommentar von Ulrich Reitz Mitteldeutsche Zeitung: zu Inkasso-Firmen und Behörden
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 19.04.2012 - 19:29 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 620589
Anzahl Zeichen: 2417

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Hagen



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 248 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalenpost: Kommentar zu Ehrenamt/ Arbeitszeit / Richtlinie / Das wäre das Ende der Freiwilligen Feuerwehr / Von Monika Willer"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Westfalenpost (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Westfalenpost: Bundesliga-Manager wird BSW-Generalsekretär: "Merz hat keine Hausmacht mehr" / Oliver Ruhnert wechselt in die Politik und kommt wie der Kanzler aus dem Sauerland ...
Oliver Ruhnert, der designierte Generalsekretär des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW), spricht Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in seiner Partei den nötigen Rückhalt ab. Merz habe "keine Hausmacht mehr", so Ruhnert im Interview mit der in Hagen erscheinenden WESTFALENPOST (Print: Mo

Westfalenpost: Herdecker Bürgermeisterin gibt erstes Interview nach Messerangriff ...
Die neue Bürgermeisterin von Herdecke, Iris Stalzer, hat sich rund drei Wochen nach der Messerattacke auf sie erstmals in einem Interview ausführlich öffentlich geäußert (Online: Freitag/ Print: Samstagsausgabe). Die 57-jährige SPD-Politikerin hatte am 7.Oktober in ihrem eigenen Haus lebensgef

Westfalenpost: Ministerpräsident Wüst: Keine neue Gebietsreform für NRW ...
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat die Kommunale Neugliederung in Nordrhein-Westfalen vor 50 Jahren gewürdigt. "Die Gebietsreform war ein wichtiger Schritt, um die kommunale Verwaltung in Nordrhein-Westfalen zukunftsfähig zu machen", sagt er der WESTFALENPOST (WP; Online Mitt


Weitere Mitteilungen von Westfalenpost


Westfalenpost: Kommentar zu Innenpolitik /Genug Soli gezahlt /Klage der Kommunen gegen Einheitskosten /Von Joachim Karpa ...
Verschuldete Städte im Westen müssen über Jahre Kredite aufnehmen, um ihren Beitrag für den Solidarpakt Ost zu leisten. Von landesweit 400 Kommunen haben gerade einmal acht einen ausgeglichenen Haushalt. Auch in Südwestfalen fehlt das Geld. Die Konsequenz leerer Kassen ist überall zu besic

Mitteldeutsche Zeitung: zu Inkasso-Firmen und Behörden ...
Zahlreiche Bürger, aber auch Firmen stehen bei Stadt oder Kreis in der Kreide. Einmal werden Unterhalts-Zahlungen, die der Landkreis vorgeschossen hat, nicht bezahlt. Ein anderes Mal sind es Gebühren für Baugenehmigungen, die nicht beglichen werden. Unter dem Strich sind es Forderungen in Milli

WAZ: Sinnlose Konferenz. Kommentar von Rusen Tayfur ...
Gehört der Islam nun zu Deutschland oder nicht? Wulff fand: Ja. Friedrich findet: Nein. Gauck sagt: Jein. Und CDU-Mann Kauder sorgt jetzt, ohne Not, für totale Verwirrung, indem er zwischen Islam (gehört nicht dazu) und Muslimen (gehören dazu) unterscheidet. Diese weltfremde Debatte ist uner

WAZ: Nur wenige bleiben. Kommentar von Christopher Onkelbach ...
"Für mich war es ein Schock", erinnert sich der chinesische Student an seine ersten Tage an einer Uni im Ruhrgebiet. "Ich wusste nicht wohin, keine Klassen, keine Stundenpläne, keine Hilfe." Seine chinesischen Kommilitonen nicken. Ihnen erging es nicht anders. Rund 200&#


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z