Neue OZ: Kommentar zu Krankenkassen
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Der monatliche Mindestbeitrag für Selbstständige bei der
gesetzlichen Krankenkasse von 300 Euro geht an der Lebenswirklichkeit
vieler Ein-Mann-Unternehmen vorbei. Es mag einzelne Spitzenverdiener
geben. Doch der Großteil der freischaffenden Grafiker, PR-Berater
oder Fotografen umweht mitnichten der Hauch des erfolgreichen
Unternehmers. Stattdessen arbeiten sie im tatsächlichen Wortsinn
selbst und ständig. Trotzdem ist am Ende des Geldes noch meist zu
viel Monat übrig.
Es ist zwar gut, dass die gesetzlichen Krankenkassen ihre
ausstehenden Beiträge immer häufiger eintreiben lassen. Täten sie es
nicht, würden die Kleinst-Selbstständigen allzu schnell immer größere
Löcher in die Kassen der Versicherungen reißen. Beitragserhöhungen
für alle könnten die Folge sein. Dennoch kann es so nicht
weitergehen. Für die Mini-Unternehmer am Existenzminimum muss eine
tragfähige Lösung her. Der Vorschlag des Deutschen
Gewerkschaftsbundes, die Beiträge von Selbstständigen an den
tatsächlichen Einkünften zu messen, ist zu begrüßen. Das schafft
Transparenz über deren wirtschaftliche Situation.
Zu Intransparenz würde indes der zweite Vorschlag führen, dass die
Auftraggeber der Solo-Unternehmer für einen Teil der Kassenbeiträge
aufkommen sollen. Es gehört zum Wesen der Selbstständigkeit, sich
selbst zu versichern, und dafür entsprechende Honorare anzusetzen.
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Datum: 23.04.2012 - 22:00 Uhr
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