Schwäbische Zeitung: Der Fußball redet Klartext - Kommentar
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SPD-Parteivorsitzender Sigmar Gabriel, Bundespräsident Joachim Gauck
und zahlreiche andere Politiker klare Worte gegenüber dem
ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch finden, war erhofft, war
erwartet worden. Dass nun sogar Bayern-München-Präsident Uli Hoeneß
an den Uefa-Boss Michel Platini appelliert, klare Worte gegen das
autoritäre EM-Gastgeber-Regime zu finden, ist neu. "Ich hoffe sehr,
dass Michel Platini an den richtigen Stellen deutlich seine Meinung
äußert", sagte Hoeneß dem "Spiegel" und forderte die deutschen
Nationalspieler auf, ihre Solidarität mit ukrainischen
Regimekritikern öffentlich zu bekunden. "Sie würden damit Größe
zeigen. Ich traue den Spielern zu, dass sie klug genug sind, sich
eine Meinung zu bilden. Ich hätte Respekt vor jedem Spieler, der
öffentlich Stellung zu diesem Thema bezieht."
Neue Töne, ungewohnte Töne seitens der Richtliniengeber des
deutschen Fußballs. DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger zeigte zwar
stets ein Herz für Minderheiten (Ausgegrenzte, Schwule), doch wenn es
hart auf hart ging, schwieg der erste Mann des deutschen Fußballs.
Sein Nachfolger Wolfgang Niersbach ist aus anderem Holze geschnitzt -
konfliktbereit wie Münchens Präsident übrigens sowieso. Der alte Weg
mag bequemer gewesen sein. Der neue Pfad ist ehrlicher - und
menschlicher.
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Datum: 29.04.2012 - 21:10 Uhr
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