Flughafenpolitik:"Berlin hat noch immer einen Mauerschaden"
BERsaster: Berlins Führungskräfte waren vorbereitet und reagieren entsprechend gelassen. Das Dictyonomie-Institut analysiert mit der DeutschlandGroup die aktuelle Stimmung in Berlins Wirtschaft.
1. Das Flughafen-Desaster war schon lange vorauszusehen, das Brandschutz-Argument ist lediglich vorgeschoben.
2. Als Berliner Unternehmen ist man an solche Pannen gewöhnt und muss gelernt haben, damit zu leben - man muss gelassen bleiben.
3. Die Schuld liegt nicht im Flughafen-Management, sondern in Berlins politischer Grundstruktur.
Dies sind die Ergebnisse einer heute Morgen durchgeführten Umfrage im Kreis der DeutschlandGroup-Mitglieder. In zwei Fokus-Gruppen gaben 30 Führungskräfte Berliner Unternehmen ihre Einschätzungen zur Stimmungslage in Berlins Wirtschaft bzgl. der verschobenen Flughafeneröffnung ab.
Einige Zitate:
"Das war doch schon längst abzusehen. Wer in den letzten Wochen mit den Mitarbeitern vor Ort gesprochen hat, wusste, dass der Termin nicht einzuhalten war. Das muss auch dem Aufsichtsrat klar gewesen sein."
"Berlin hat eine lange Tradition darin, erst Pannen zu bauen und dann bei der Kommunikation von Großprojekten nicht ganz ehrlich zu den Berlinern zu sein."
"Es gibt genau drei Gründe für dieses Desaster: 1.Es wird immer das günstigste Angebot genommen. 2. Eröffnungstermine werden von der Politik und nicht den eigentlichen Fachleuten festgelegt. 3. In unserer Region wird die Verantwortung immer so schön aufgeteilt, dass letztlich niemand die Verantwortung trägt und dann niemand zur Rechenschaft gezogen werden kann."
"Berlin hat noch immer einen Mauerschaden. Etablierte Netzwerke stellen bei der Planung und dem Bau eines öffentlichen Projekts ihre politischen und wirtschaftlichen Interessen vor die eigentlichen Erfordernisse. So wie früher."
Darüber hinaus berichtete ein Mitglied der DeutschlandGroup: Ein befreundeter BER-Mitarbeiter habe schon vor Wochen im privaten Kreis erzählt, dass der Termin nicht zu halten sein werde.
Alexander S. Wolf, der Leiter des Dictyonomie-Instituts:
"Berlin ist zu gut regional und zu schlecht international vernetzt. Die Hauptstadt leidet noch an seinen alten Seilschaften-Strukturen: Politischer Opportunismus und persönliche Bekanntschaft kommen vor Leistung und Kompetenz. Statt international nach fachkundigen Menschen für den Bau eines Weltflughafens zu suchen, wurden die Stellen regional bestückt."
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Das Dictyonomie-Institut geht in einer groß angelegten Studie dem Topos Vitamin B auf den Grund. Neben online-Umfragen (gemeinsam mit der Goldmedia Custom Research) lässt die Dictyonomie Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zum Thema "Networking" Stellung nehmen. Wir analysieren, was erfolgreiche Führungskräfte von heute antreibt, wie sie ihr Netzwerk aufbauen und Beziehungen pflegen. Ziel ist es, diesbezüglich statt gefühlsgeprägter Aussagen, erstmalig valide Ergebnisse zu ermitteln.
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Datum: 10.05.2012 - 12:15 Uhr
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