Rheinische Post: Griechen-Dilemma
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Die Griechen bringen in Scharen ihr Erspartes in Sicherheit - ein
eindeutigeres Signal dafür, dass auch sie am Verbleib Griechenlands
in der Euro-Zone zweifeln, kann es nicht geben. In Griechenland
selbst schwindet also der Glaube daran, dass bei der Neuwahl am 17.
Juni pro-europäische Parteien die Mehrheit erringen und eine
tragfähige Regierung bilden könnten. Aus der Wahl als Sieger
hervorgehen dürfte der politische Senkrechtstarter Alexis Tsipras,
dessen radikales Linksbündnis Sparauflagen ablehnt und trotzdem im
Euro bleiben will. Europa darf sich von Tsipras oder anderen nicht
erpressen lassen. Andernfalls würde es gegenüber anderen
hilfesuchenden Ländern unglaubwürdig, vor allem aber gegenüber den
internationalen Investoren, die das Vertrauen in den Euro nicht
verlieren dürfen. Griechenland muss sich also verpflichten weiter zu
sparen und Reformen am Arbeitsmarkt umzusetzen, um wettbewerbsfähiger
zu werden. Den Europäern ist nicht weiter zuzumuten, dass sie ihr
Erspartes in ein Fass ohne Boden investieren. Die Chancen für einen
Ausweg aus diesem Dilemma stehen schlecht. Nur wenn die neue
griechische Regierung einlenkte, könnte die EU Athen im Gegenzug
einen langsameren Defizitabbau erlauben.
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Datum: 16.05.2012 - 20:44 Uhr
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