Lausitzer Rundschau: Die große Heuchelei
Warum Norbert Röttgen Mitleid nicht verdient hat
ID: 641673
Koch werden. Die alte Weisheit gilt auch für die Politik: Wer als
Politiker nicht darauf gefasst ist und geschickt damit umgehen kann,
dass er heute gehypt und morgen verdammt wird, der sollte sich eben
nicht für diesen Beruf entscheiden. Norbert Röttgen darf man getrost
unterstellen, dass er schlau genug ist, um zu wissen, dass Politik
eine immer rasanter werdende Achterbahnfahrt darstellt. Den Umstand
mag man gut oder schlecht finden, aber Mitleid hat Röttgen nicht
verdient. Schon gar nicht das Mitleid derer, die jetzt Angela Merkels
hartes Handeln kräftig kritisieren und dem geschassten Umweltminister
öffentlich ein paar Tränen hinterher weinen. Denn das ist vor allem
eines: eine große Heuchelei. Und die ist im politischen Geschäft
genauso gang und gäbe wie das ständige Auf und Ab von Politikern in
der öffentlichen Meinung und Wahrnehmung. Was haben die lieben
Parteifreunde hinter den Berliner Kulissen nicht auf Röttgen
geschimpft, über seine Arbeit als Minister, vor allem auf seine
mangelnde Einsicht, den Wahlkampf in NRW anders aufzuziehen und sich
klarer zu seiner persönlichen Zukunft zu äußern. Vorne weg jene, die
Röttgens eigenem nordrhein-westfälischen Landesverband angehören.
Jetzt fließen insbesondere dort die Krokodilstränen. Und was ist auf
der anderen Seite nicht über Angela Merkel in der Vergangenheit
gelästert worden, weil sie nicht entscheidungsfreudig sei, weil sie
die Dinge wabern lasse und nicht vorantreibe. Merkel jetzt für den
Rauswurf zu kritisieren, für ihre Konsequenz, ist deshalb verlogen.
Welche tatsächlichen Beweggründe auch immer hinter ihrer Entscheidung
gestanden haben mögen, eines kann man der Kanzlerin jedenfalls nicht
vorwerfen - dass sie Röttgen eiskalt ins Messer hat laufen lassen.
Das ist in der Politik wahrlich schon viel wert. Zur Realität gehört
freilich auch, dass es in diesen politischen Sphären nur äußerst
selten eine zweite Chance, ein Comeback gibt. Warum auch?
Energiewende versemmelt, Wahlkampf dilettantisch, Ergebnis desaströs
- in jedem Unternehmen würde eine Führungskraft mit einer ähnlich
bitteren Leistungsbilanz vor die Tür gesetzt. Dass darf in der
Politik nicht anders sein. Und eines ist doch auch klar - irgendwann
wird die Wirtschaft um den gut vernetzten Röttgen buhlen, so wie
schon vor Jahren, als er auf dem Sprung zum Bundesverband der
Industrie war. Er wird wie Guttenberg, Merz, Schröder und all die
anderen, die Amt und Würden aufgeben mussten, irgendwo weich landen.
Da kann man das leidige Auf und Ab in der Politik dann gut
verschmerzen.
Pressekontakt:
Lausitzer Rundschau
Telefon: 0355/481232
Fax: 0355/481275
politik@lr-online.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 18.05.2012 - 21:51 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 641673
Anzahl Zeichen: 3027
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Cottbus
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 299 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Lausitzer Rundschau: Die große Heuchelei
Warum Norbert Röttgen Mitleid nicht verdient hat"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Lausitzer Rundschau (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Es ist übertrieben, Restaurantbesuche in der Corona-Pandemie noch stärker zu beschränken - indem wie jetzt in Sachsen und Brandenburg Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Schnelltest vorweisen müssen. 2G plus bevorzugt die Geboosterten vor jenen Erwachsenen beim Essen gehen, die
Fehlende Lobby für die Lausitz? - Zu den Abgeordneten in Bundestagsausschüssen ...
Für die Lausitz wird es ernst im Strukturwandel. Wichtige Entscheidungen zum Kohle-Ausstieg, aber auch zur Verteilung der zugesagten Milliarden-Zahlungen zur Anpassung des Wandels stehen an. Ein wichtiges Wort spricht dabei der Bundestag mit. Die entsprechenden Gesetze müssen dort verabschiedet
Sachsens neue Bürgerlichkeit - zum Regierungsbündnis in Corona-Zeiten ...
Meißen wird gern als die Wiege Sachsens bezeichnet. Aktuell hat der Kreis rund um die alte Bischofsstadt an der Elbe einen traurigen Rekord zu vermelden. Mit 2328,1 führt er die Inzidenz-Statistik an, dicht gefolgt vom benachbarten Mittelsachsen mit 2099,4. Das sind erschreckend hohe Zahlen, fü
Weitere Mitteilungen von Lausitzer Rundschau
Schwäbische Zeitung: Energieminister gefragt - Kommentar ...
Fast sieht es so aus, als sei Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann der Einzige, der Norbert Röttgens Rauswurf von Herzen bedauert. Denn der Ex-Umweltminister machte sich, anders als Wirtschaftsminister Rösler, für eine langsamere Absenkung der Solarenergie-Vergütung stark. Doch d
Schwäbische Zeitung: Ringen um den rechten Glauben - Leitartikel ...
Katholikentage sollen ein Fest des Glaubens sein. Aber auch jetzt in Mannheim sind Misstöne und Streit nicht zu überhören. Ungeduldige Reformer suchen die große Bühne ebenso wie Erzkonservative, denen jeder Wandel gegen den Strich geht. Verdient hat die Kirche solche Kraftproben nicht. Sie
Rheinische Post: Spanien braucht Zeit ...
Ein Kommentar von Matthias Beermann: Das Schicksal des Euro, es wird sich wohl in Spanien entscheiden. Wenn Griechenland, was in diesen Tagen durchaus nicht mehr ausgeschlossen scheint, in Kürze aus der Gemeinschaftswährung aussteigen sollte, müsste Europas fünftgrößte Volkswirtschaft
Rheinische Post: Merkel-Alarm ...
Ein Kommentar von Martin Kessler: Sie hat Nerven wie Drahtseile - und doch dürften die kommenden Monate für Kanzlerin Angela Merkel zu einem Härtetest der besonderen Art werden. Die CDU-Chefin hat seit 2009 bei elf Landtagswahlen in Folge nicht ihr in Berlin regierendes Bündnis ins Ziel g




