Kultur und Tourismus als wichtige Wirtschaftsfaktoren in Ostbayern
Nicht nur harte Zahlen und Fakten zählen - es sind auch die sogenannten weichen Standortfaktoren, die mitbestimmen, ob eine Region für Investoren attraktiv ist oder nicht. Ob und wie Kultur und Tourismus hier einen Beitrag leisten können, darüber diskutierten Fachleute beim Ost-West-Wirtschaftstag innerhalb der Bayerisch-Böhmischen Kultur- und Wirtschaftstage am vergangenen Samstag in Weiden. Moderiert wurde die Runde von Nicole Niedermeier, Geschäftsführerin des Regionalmarketing Oberpfalz.
Als ein aktuelles erfolgreiches wirtschaftliches Projekt stellte Oberbürgermeister Kurt Seggewiß in seiner Begrüßung eine duale Ausbildung an der Europaberufsschule Weiden vor. „Hier drücken nun tschechische und deutsche Schüler gemeinsam die Schulbank und erlernen den Beruf des Anlagen- und Maschinenbauers“, freute sich Seggewiß über dieses Vorzeigeprojekt für Weiden.
Die beiden Tourismus-Vertreter Dr. Michael Braun, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Ostbayern und Jitka Fatková, Direktorin der Südböhmischen Tourismuszentrale, schilderten ihre Erfahrungen mit dem Tourismus im eigenen Land, aber auch in einem gemeinsamen Projekt. Dr. Braun verwies darauf, dass es mit der Dachmarke „Unter dem grünen Dach Europas“ bereits eine Kooperation zwischen Bayerwald und Böhmerwald gebe, auf der man weiter aufbauen könne. „Wir haben ein Angebot, das nahezu identisch ist“, stellte Braun heraus, „und es ist die Frage, wie wir dieses Angebot öffentlich bekannt machen.“
Momentan läuft ein EU-Projekt zur gemeinsamen Vermarktung von Südböhmen und Ostbayern. „Ziel des Projektes ist es, die gemeinsamen Themen gemeinsam zu bewerben“, erzählte Jitka Fatková. Es seien bereits Zeitungsbeilagen erschienen und Kataloge mit saisonalen Angeboten. Die tschechische Tourismusfachfrau bemängelte, ähnlich wie ihr Kollege aus Ostbayern, die schlechte finanzielle Ausstattung der Tourismuszentralen.
Auch der Wirtschaftsvertreter der Runde und Vizepräsident des Ost-West-Wirtschaftsclubs Bayern, Hermann Pönisch, plädierte für eine Abkehr von der Kirchturmpolitik. „Dieses viele Klein-Klein macht keinen Sinn“, ist er überzeugt. In Österreich habe man verstanden, dass Tourismus eine der Haupteinnahmequellen ist, zog Pönisch den Vergleich mit dem Nachbarland. Man müsse noch viel mehr auf die Bedürfnisse der Touristen eingehen, zum Beispiel auch im Bereich Shopping.
Zum Schluss forderte Nicole Niedermeier ihre Podiumsgäste auf, ein bisschen in die Zukunft zu blicken und ihre Visionen vom Jahr 2029 zu schildern. Und diese Visionen hörten sich bei allen sehr ähnlich an: Es soll nicht mehr in Länder- oder gar Landkreisgrenzen gedacht werden, sondern eine Region soll sich immer neu zusammensetzen, je nach gemeinsamen Themen, nach kulturellen, touristischen und auch menschlichen Gemeinsamkeiten. Und durch kreativen Geist gelte es, diese Region auch international zu positionieren.
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Der Verein Regionalmarketing Oberpfalz in Ostbayern e. V. wurde im Jahr 2002 auf Initiative der Regierung der Oberpfalz gegründet und zählt inzwischen rund 200 Mitglieder. Das Regionalmarketing ist die einzige Plattform in der Region, in der sich Städte und Landkreise, Wirtschaftskammern und Verbände, Unternehmen und Handwerksbetriebe, Medien, Hochschulen und private Unterstützer zusammengeschlossen haben. Ziel ist es, gemeinsam neue Ideen für die Oberpfalz zu entwickeln, ein leistungsfähiges Netzwerk in der Region aufzubauen und den Regierungsbezirk nach innen und außen zu vermarkten.
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Datum: 25.03.2009 - 16:31 Uhr
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Freigabedatum: 25.03.2009
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