Ostsee-Zeitung: Kommentar zu Obamas Berlin-Besuch
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Chicago auch gestern verlassen. Die Rückblenden in die
deutsch-amerikanische Geschichte sind zwar ein gutes Stück
transatlantischer Folklore, aber man nimmt ihm das Bekenntnis zur
Partnerschaft mit Europa ab. Geschickt verpackte der Präsident der
westlichen Führungsmacht aber auch einen Appell an die Verantwortung
der beiden Nationen für die Welt in seiner Rede. "Freiheit in
Gerechtigkeit", lautete die Formel, mit der er die Deutschen an ihre
eigene Geschichte erinnerte. Washington drängt seit langem auf mehr
deutsche Führungskraft und globales Engagement - eine Botschaft, die
hierzulande nicht gern gehört wird. Denn damit sind Lasten verbunden
und sicherheitspolitische Risiken. Und auch für seine zweite
Kernbotschaft war der Ort klug gewählt. Obamas Angebot, die US-
Kernwaffenarsenale zwei Jahrzehnte nach dem Kalten Krieg massiv
abzurüsten, ist ein bedeutsames Signal an Moskau. Damit will er sich
in seiner letzten Amtsperiode einen Eintrag in den Geschichtsbüchern
sichern. Bei seinem Auftritt an der Siegessäule hatte er noch die
Skizze einer atomwaffenfreien Welt entrollt. Schon damals klang das
reichlich utopisch. Doch Obama war immer Realist und Pragmatiker.
Selbst wenn er manchmal im Ungefähren verharrt, so wie gestern.
Pressekontakt:
Ostsee-Zeitung
Jan-Peter Schröder
Telefon: +49 (0381) 365-439
jan-peter.schroeder@ostsee-zeitung.de
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Datum: 19.06.2013 - 19:22 Uhr
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