Weser-Kurier: Zur Debatteüber Armutsmigration schreibt der "Weser-Kurier" (Bremen) in seiner Ausgabe vom 31. Dezember 2013:
ID: 1000657
manchmal so Bierzelt-Aussagen." Mit einem Stoßseufzer hat
EU-Justizkommissarin Viviane Reding Anfang Oktober reagiert, als
Hans-Peter Friedrich von der EU-Kommission Härte gegen
Armutseinwanderer aus dem Südosten der Europäischen Union forderte
und im Falle Brüsseler Unbotmäßigkeit mit einem deutschen Alleingang
drohte. Knapp drei Monate später ist CSU-Mann Friedrich nicht mehr
Innenminister, sondern muss sich nun als Agrarminister um deutsche
Rindviecher statt um ausländische Zuwanderer kümmern. Doch mit dem
Auszug Friedrichs aus dem Innenressort sind die Bierzeltparolen noch
immer nicht Vergangenheit: "Wer betrügt, fliegt" - das wollen die
Christsozialen Anfang des neuen Jahres bei ihrer Klausur im
abgeschiedenen Wildbad Kreuth zur offiziellen Forderung ihrer Partei
erheben. Davon wird sich die CSU nach allen Erfahrungen aus der
Vergangenheit weder von ihren größeren Koalitionspartnern CDU und SPD
noch von der Europäischen Union abbringen lassen. Und auch nicht von
Vertretern der deutschen Wirtschaft, die auf den überdurchschnittlich
hohen Akademiker- und Facharbeiteranteil bei den osteuropäischen
Zuwanderern hinweisen - also auf jene, die in hiesigen Betrieben
dringend gebraucht werden. Ob's die Forderung nach der "Maut für
Ausländer" ist oder die beinahe zwanghafte Warnung vor Bulgaren und
Rumänen: Der CSU geht es mehr um Radau als um verantwortliche
Sachpolitik - und begibt sich mit "Wer betrügt, fliegt" in eine
erschreckende Nähe zu extremistischen Parolen. "Gute Heimreise"
wünscht etwa die NPD auf ihren Wahlplakaten. Allerdings: Die CSU
weist - vielleicht unbeabsichtigt - auf ein Grundproblem der
Europäischen Union hin. Die EU ist keine homogene
Staatengemeinschaft, sondern eine Ansammlung von höchst
unterschiedlich entwickelten Ländern und Gesellschaften. Das
Wohlstandsgefälle zwischen dem reichen EU-Norden und dem armen Süden
und Südosten zumindest etwas auszugleichen, wird eine der größten
Aufgaben der Union in den nächsten Jahrzehnten sein. Nationale
Abschottung funktioniert da nicht.
Pressekontakt:
Weser-Kurier
Produzierender Chefredakteur
Telefon: +49(0)421 3671 3200
chefredaktion@Weser-Kurier.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 30.12.2013 - 20:37 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1000657
Anzahl Zeichen: 2486
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Bremen
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 3303 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Weser-Kurier: Zur Debatteüber Armutsmigration schreibt der "Weser-Kurier" (Bremen) in seiner Ausgabe vom 31. Dezember 2013:"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Weser-Kurier (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz hat das deutsche Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz begrüßt: "Die Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum können erheblich sein. Daran besteht kein Zweifel", sagte der Chefökonom d
Banaszak: Grüne wollen Borkum-Abkommen verhindern ...
Der Parteichef der Grünen, Felix Banaszak, sieht sich durch Entscheidung des Bundesrats, keine Stellungnahme zum Gesetzes über ein Unitarisierungsabkommen mit den Niederlanden im Rahmen der geplanten Gasförderung vor Borkum abzugeben, bestätigt: "Ich halte es weiterhin für notwendig, dass
Neue Nato-Vorgaben: Der Vorsitzende des Bundestags-Verteidigungsausschuss, Thomas Röwekamp (CDU), spricht sich für eine allgemeine Dienstpflicht aus ...
Der Vorsitzende des Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages, der Bremer CDU-Abgeordnete Thomas Röwekamp, spricht sich im "WESER-KURIER" (Bremen) wegen der neuen Nato-Vorgaben zur künftigen Truppenstärke der Bundeswehr für eine allgemeine Dienstpflicht aus. "Aus meiner Si
Weitere Mitteilungen von Weser-Kurier
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu den politschen Aussichten für 2014: ...
Die Deutschen blicken optimistisch ins neue Jahr, und sie haben Grund dazu. Die Wirtschaft läuft, die Beschäftigung ist hoch, die Arbeitslosigkeit niedrig und entsprechend voll sind die Sozialkassen. Der Staat freut sich über Steuereinnahmen in Rekordhöhe. Das Beste aber: Eine Trendwende ist
DER STANDARD-KOMMENTAR "Zuwanderung ist notwendig" von Alexandra Föderl-Schmid ...
Ohne Rumänen und Bulgaren wäre das Pflegesystem in Österreich längst kollabiert. Insbesondere Frauen aus Osteuropa sorgen dafür, dass die Pflege alter und kranker Österreicher zu Hause - 80 Prozent der Fälle - funktioniert. 61.000 Menschen aus diesen beiden Staaten arbeiten schon in Österrei
Rheinische Post: Grünen-Fraktionschefin kritisiert höhere Neuverschuldung 2014 ...
Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat die von der großen Koalition für 2014 geplante Erhöhung der Neuverschuldung des Bundes scharf kritisiert. "Das Eingeständnis höherer Schulden für das nächste Jahr kann niemanden überraschen. Viele vollmundige Versprechungen der Koal
Jan Korte: Kanzlerin muss CSU-Quartalsrassismus stoppen ...
"Die Bundeskanzlerin muss ihre schwesterliche Koalitionspartnerin umgehend zur Räson rufen und dafür sorgen, dass die CSU auf den Boden des Europarechts zurückkehrt", fordert der stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE, Jan Korte, angesichts der CSU-Forderungen nach eine




