Badische Zeitung: Estragon und Wladimir / Wie britische Politiker auf Armutsmigranten warten - Unterm Strich von Peter Nonnenmacher
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gestritten wird, demonstriert London längst Härte: Auch weil die
Geschäftsleute und Gäste der Luxushotels rund um den Hyde Park die
"Belagerung" durch rumänische Zuwanderer ohne Jobs, ohne feste
Adresse leid waren, rückte die Polizei an. Sie verlud kürzlich ein
Dutzend Leute in ihre Einsatzwagen - freilich erst, nachdem sie sie
durchsucht, fotografiert und ihnen Fingerabdrücke abgenommen hatte.
Seit 1. Januar nämlich befördert die Regierung Cameron missliebige
EU-Bürger, die auf der Straße schlafen, ohne viel Federlesen in ihre
Ursprungsländer zurück. Die Betreffenden kommen auf eine
"Beobachtungsliste". Sie dürfen zwölf Monate lang nicht ins
Königreich zurückkehren. Doch um den vermeintlichen Ansturm von
vermeintlichen Wohlfahrtstouristen aus Osteuropa hat sich ein heißer
Streit entwickelt. Rumänische und bulgarische Diplomaten in London
bitten seit Wochen um ein Ende der "Hetze" gegen ihre
Staatsangehörigen. Auch viele Briten empfanden es als höchst
peinlich, dass am Neujahrsmorgen, nach dem Ende der
Zuzugsbegrenzungen, zwei britische Abgeordnete im Flughafen Luton
sich von der korrekten Arbeit der Grenzbeamten überzeugen wollten.
Der Labour- und der Tory-Parlamentarier warteten aber vergebens auf
die "Wohlstandstouristen". Fast alle Passagiere auf dem Frühflug aus
Targu Mures waren entweder Rumänen, die schon in England ansässig
waren und nach kurzer Weihnachtspause an die Arbeit zurückkehrten.
Oder Briten, die in den Karpaten Skiurlaub gemacht hatten. Nur zwei
waren Neuankömmlinge. Beide hatten sich vorab Arbeit besorgt. Einer
in einem Waschsalon für Autos. Der andere, als Arzt, in einem
Krankenhaus. "Wie Estragon und Wladimir" sei ihm das Abgeordneten-Duo
vorgekommen, spottete daraufhin der rumänische Botschafter Ion Jinga.
Estragon und Wladimir sind zwei tragikomische Figuren aus einem Stück
von Samuel Beckett. Sie warteten auf Godot, ohne ihn je zu Gesicht zu
bekommen.
Pressekontakt:
Badische Zeitung
Anselm Bußhoff
Telefon: 07 61 - 4 96-0
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Datum: 06.01.2014 - 23:27 Uhr
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