Allgemeine Zeitung Mainz: Komödienstadl / Kommentar zur Fußball-WM 2022 in Katar
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besten Profis der Welt um den Titel. Zu dumm, dass in der Zentrale
des Weltverbandes Fifa am Zürichsee offensichtlich lauter Amateure am
Werk sind. Alles, was die Kicker-Potentanten um Präsident Sepp
Blatter im Zusammenhang mit der WM 2022 anpacken, geht schief. Den
schlimmsten Fehler begingen sie gleich am Anfang, als sie das Turnier
an Katar verjubelten, wo Fußball zwar keine Tradition, aber dafür
jede Menge gut betuchte Fans hat. Dass es in der Wüste im Sommer für
Hochleistungssport zu heiß ist, wurde erst ignoriert, dann
geflissentlich kleingeredet und schließlich in hektischer
Betriebsamkeit als Problem erkannt und angegangen. Zwischendurch
musste sich die Fifa erklären lassen, dass auf Katars
Stadion-Baustellen Lohnsklaven unter erbärmlichen Bedingungen
schuften. Und jetzt schafft es der Weltverband noch nicht einmal, die
sportlich und medizinisch notwendige Verlegung in den Winter sauber
zu kommunizieren, weil sein redefreudiger Generalsekretär Jérôme
Valcke wieder einmal einen verbalen Alleingang hinlegt und die
Verlegung in den Winter als amtlich vermeldet. Ergebnis: Die Fifa,
die Valcke flugs zurückpfiff, steht seit gestern endgültig vor aller
Welt als Komödienstadl da. Dass das Turnier 2022 im Winter
stattfindet, zeichnet sich übrigens schon lange ab. Die entscheidende
Frage aber, ob im November oder im Januar gespielt wird, blieb auch
gestern unbeantwortet. Gegen den November rebellieren die
europäischen Großklubs, der Januar-Termin kollidiert mit den
Olympischen Winterspielen 2022. Das sind echte Probleme, und zwar
hausgemachte. Stattdessen beschäftigt sich die Fifa lieber mit sich
selbst - ein Armutszeugnis.
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Datum: 08.01.2014 - 19:03 Uhr
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