Badische Zeitung: Homosexualität Im Bildungsplan: An der Schule, wo denn sonst? - Kommentar von Stefan Hupka
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müsste man sie erfinden. Paradoxerweise nämlich beweist gerade eine
zehntausendfach geklickte "Petition" gegen angebliche sexuelle
Umerziehungspläne des Kultusministers, wie recht der Mann mit seinem
Kurs hat. Was da im Kommentarteil an Unterstellungen, Warnungen und
Schmähungen zu lesen ist, zeigt, wie viele in Homosexualität immer
noch etwas sehen, das entweder an den Pranger oder ins
Schmuddelversteck gehört. Gleichgeschlechtliche Liebe ist aber nicht
Mangel oder Makel, sondern Menschenrecht. Sie hat Anspruch darauf, so
selbstverständlich akzeptiert zu werden wie Heterosexualität. Das
wollen SPD-Minister Stoch und seine Bildungsplaner im Schulunterricht
vermitteln - ihnen Propaganda zu unterstellen, ist nicht fair. Und wo
sollte man diese Themen besprechen, wenn nicht an der Schule? Sie ist
neben der Familie der Ort, an dem der gesellschaftliche Zusammenhalt
gelernt und geübt wird, mit seinen Klammern, die da heißen: Toleranz
und Verständnis, die Bibel nennt es: Nächstenliebe. Deshalb ist es
ein peinlicher Missgriff, dass die großen Kirchen im Land mit dem
Onlinepranger gemeinsame Sache machen - zwar nicht im Ton, aber, was
Zeitpunkt und Stoßrichtung betrifft. Man kann von ihnen nicht
verlangen, ihr Familienbild zu verleugnen - wohl aber, dass sie sich
erinnern, was etwa Papst Franziskus neulich über Homosexuelle gesagt
hat: "Wer bin ich, dass ich über sie urteile?"
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Anselm Bußhoff
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Datum: 11.01.2014 - 15:26 Uhr
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