Weser-Kurier: Zur Renten-Studie der Bertelsmann-Stiftung schreibt der Bremer WESER-KURIER:

Weser-Kurier: Zur Renten-Studie der Bertelsmann-Stiftung schreibt der Bremer WESER-KURIER:

ID: 1006896
(ots) - Frei nach Karl Valentin ließe sich sagen: "Kinder
sind toll, kosten aber viel Geld." Und da wir gerade bei den
geflügelten Worten des Münchners sind, gleich noch eins: "Prognosen
sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen." Mit diesen
beiden Zitaten lässt sich das Ergebnis der Bertelsmann-Studie zum
Rentensystem gut zusammenfassen. Klar war und ist: Wer sich für
Kinder entscheidet, zahlt drauf. Nach den Berechnungen der Stiftung
übersteigen die eingezahlten Steuern und Sozialbeiträge die Summe
aller staatlichen Erziehungs- und Familienleistungen um gute
50000 Euro. Klar ist auch, dass bei einem weiter sinkenden
Rentenniveau die heutigen jungen Menschen im Alter trotz steigender
Beiträge immer weniger Rente bekommen werden. Jedoch sind Zweifel
über die von der Bertelsmann-Stiftung ausgerechneten Zahlen
angebracht, denn der für 2060 angenommene Beitragssatz von 27,2
Prozent basiert auf Modellsimulationen, die bis zum Jahr 2100
reichen. Völlig unberücksichtigt bleiben dabei politische Reformen.
Die Kernaussage der Studie, wonach ein heute 13-Jähriger im Laufe
seines Lebens etwa 77000 Euro mehr in die Rentenversicherung
einzahlt als er herausbekommt, ist somit hoch spekulativ. Unter dem
Strich ist festzustellen: Ja, wer Kinder hat, zahlt drauf. Aber
Kinder sind nun einmal alles andere als ein Rendite-Objekt - wenn man
es denn schon absurderweise rein finanziell betrachtet. Andererseits
fördert der Staat Familien mit milliardenschweren Programmen. So
entstehen zum Beispiel für die Erziehung eines Kindes zusätzliche
Rentenanwartschaften. Sie entsprechen pro Kind einer Beitragszahlung
von bis zu 34900 Euro. Erste Ergebnisse einer
Kosten-Nutzen-Analyse aller 156 Familienfördermaßnahmen liegen vor,
die das Familien- und Finanzministerium in Auftrag gegeben hat.
Fazit: Deutschland liegt in der Familienförderung im internationalen


Vergleich weit vorne. Dennoch ist es immer noch Schlusslicht, was die
Geburtenrate betrifft. Auch das zeigt, wie wenig Kinder und Geld
miteinander zu tun haben.



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Datum: 17.01.2014 - 21:10 Uhr
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