Mitteldeutsche Zeitung: Neue Mindestgrößen
Landkreise wehren sich gegen drohende Schulschließungen
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Angst vor Schul-schließungen der Widerstand gegen die Planungen des
Kultus-ministeriums. Das berichtet die in Halle erscheinende
"Mitteldeutsche Zeitung" (Sonnabend-Ausgabe). Hauptstreitpunkt sind
neue Mindestschülerzahlen, die ab 2014/15 gelten. Grundschulen werden
in der Regel nur noch genehmigt, wenn es mindestens 60 Schüler gibt.
Drei Jahre später werden sogar 80 Schüler verpflichtend. Ausnahmen
gibt es nur in dünn besiedelten Gebieten wie der Altmark. Der
Kreistag von Mansfeld-Südharz forderte das Land bereits im Dezember
auf, von seinen strikten Vorgaben abzurücken. Der Kreistag von
Anhalt-Bitterfeld will Mitte Februar eine entsprechende Resolution
verabschieden. Noch weiter gingen diese Woche die Kreistagsmitglieder
im Burgenlandkreis: Sie lehnten eine Vorlage zur Schulentwicklung bis
2018/19 ab. Die Verwaltung hatte die neuen Mindestschülerzahlen dort
bereits berücksichtigt. Allein im Burgenlandkreis droht fünf
Grundschulen das Aus. Das Aktions-bündnis Grundschule vor Ort
befürchtet, dass bis zum Jahr 2025 landesweit mindestens 150 Schulen
geschlossen werden müssen, sollten die neuen Vorgaben angewendet
werden. Das Kultusministerium verteidigte derweil sein Konzept. Es
gehe grundsätzlich um eine "moderate Anpassung" an die
Bevölkerungs-entwicklung. Dazu würden die bestehenden Ausnahmen
"zurückgefahren", sagte Sprecher Martin Hanusch. Besonderheiten
würden jedoch weiter berücksichtigt. So könne es durchaus sein, dass
eine Schule ein oder zwei Jahre die Mindestschülerzahl unterschreite,
ohne geschlossen zu werden. "Da gibt es keinen Automatismus,
entscheidend ist die mittelfristige Perspektive einer Schule", sagte
der Sprecher. Ausnahmen seien auch möglich, wenn die Fahrtzeit für
die Kinder länger als 45 Minuten dauere oder aber Schulen nach einer
Fusion eine Außenstelle einrichten wollen.
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Hartmut Augustin
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Datum: 01.02.2014 - 02:00 Uhr
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