Neue OZ: Kommentar zum Rücktritt von ADAC-Präsident Peter Meyer
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Nun also doch: ADAC-Präsident Peter Meyer wirft das Handtuch. Es
wäre jetzt ein Leichtes nachzutreten. Jedoch war Meyer viele Jahre
lang ein verlässlicher Fürsprecher der Autofahrer. Er machte mobil
gegen die Pkw-Maut oder wetterte gegen Benzinpreiswucher. Es gilt
also, genau hinzusehen, wenn einer der wichtigsten Autolobbyisten den
Rücktritt erklärt. Zunächst geriet Meyer unter Beschuss, weil unter
seiner Führung die Zahlen beim Autopreis "Gelber Engel" frisiert
wurden. Kommunikationschef Michael Ramstetter musste gehen. Viele
vermuteten ein Bauernopfer. Dann gab es Wirbel um einige Dienstflüge
Meyers per Rettungshelikopter. Der Ruf nach Moral und Verantwortung
wurde lauter. Meyer versprach einen Neustart, mit ihm an der Spitze.
Und dann das: Auch die Rangfolge beim "Gelben Engel" wurde gefälscht.
Jetzt blieb nur noch der Rücktritt. Die Blamage ist perfekt, und sie
trifft Weltkonzerne wie Daimler oder VW. Man werde die "Gelben Engel"
zurückschicken, hieß es. Wie peinlich. Für den ADAC, vor allem für
dessen Mitarbeiter, ist es gut, dass der Weg für eine echte
Erneuerung nun frei ist. Es wird ein harter Marsch, bei dem auch die
knifflige Frage geklärt werden muss, ob die präsidiale Struktur des
Clubs überhaupt zukunftsfähig ist. Für Meyer persönlich ist es
schade, dass er sich so spät zum Rücktritt durchgerungen hat. Sein
Ruf hat so mehr gelitten als nötig.
Melanie Heike Schmidt
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Datum: 10.02.2014 - 22:00 Uhr
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